Massive Akustikprobleme

Nach teurer Kirchen-Sanierung: Gläubige verstehen Predigten nicht mehr

Veröffentlicht am 08.07.2026 um 11:20 Uhr – Lesedauer: 

Winterthur ‐ Nach einer millionenteuren Sanierung leiden die Gläubigen in einer katholischen Kirche in der Schweiz unter massiven Akustikproblemen. Die Predigten in den Gottesdiensten seien kaum noch zu verstehen, heißt es.

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"Warum versteht ihr nicht, was ich sage? Weil ihr nicht imstande seid, mein Wort zu hören": Diese Worte Jesu aus dem Johannesevangelium (8,43) gelten derzeit wohl in besonderer Weise für die Gläubigen der katholischen Pfarrei St. Laurentius im schweizerischen Winterthur. Wie mehrere Schweizer Medien am Dienstag berichteten, verstehen viele Gläubige wegen massiver Akustikprobleme in der Kirche neuerdings kaum noch die Predigten in den Gottesdiensten. Verursacht wurden die Probleme demnach durch eine 4,5 Millionen Schweizer Franken (rund 4,9 Millionen Euro) teure Sanierung des Gotteshauses.

Die Akustik im Kirchenraum habe sich nach dem Umbau massiv verschlechtert. Während Orgelmusik und Chorgesang weiterhin gut zur Geltung kämen, gehe das gesprochene Wort im Hall unter. Eine Sprecherin der katholischen Kirche in Winterthur bestätigte gegenüber dem "Tages-Anzeiger", dass sich die Sprechakustik gegenüber der Zeit vor dem Umbau deutlich verschlechtert habe. Ursache sei unter anderem die neue Deckenkonstruktion, welche die ohnehin anspruchsvolle Geometrie des ursprünglich aus den 1950er Jahren stammenden Kirchenraums zusätzlich negativ beeinflusse.

Die Kirchengemeinde wolle nun klären lassen, wer für die Mängel verantwortlich sei. Ein Gutachten solle die Ursachen untersuchen und die Haftungsfrage beantworten. Bis die Akustik verbessert sei, fänden die Sonntagsgottesdienste nicht mehr im großen Kirchenschiff statt. Stattdessen weicht die Gemeinde den Angaben zufolge in die Krypta aus, wo die Sprachverständlichkeit deutlich besser sein soll. (stz)