Ufo-Aussagen waren nicht der Grund

Kardinal McElroy: Darum habe ich den Chefexorzisten abberufen

Veröffentlicht am 09.07.2026 um 10:05 Uhr – Lesedauer: 

Washington ‐ Anfang Juni hatte Kardinal Robert McElroy den Washingtoner Chefexorzisten abberufen. Damals wurde vermutet, dass dies mit Ufo-Aussagen des Priesters zusammenhing. Jetzt hat McElroy eine andere Erklärung geliefert.

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Der Washingtoner Erzbischof, Kardinal Robert McElroy, hat sich erstmals öffentlich zur Anfang Juni von ihm verfügten Abberufung des Chefexorzisten seines Erzbistums geäußert. Seine Entscheidung, den Priester Stephen Rossetti von seinem Amt zu entbinden, habe nichts mit dessen Ansichten über Ufos zu tun gehabt, sondern sei aufgrund der Art und Weise erfolgt, mit der Rosseti sein Amt als Exorzist ausgeübt habe, sagte McElroy jetzt dem "Catholic News Service". Die Abberufung dürfe nicht als Bewertung unidentifizierter Flugobjekte oder außerirdischen Lebens verstanden werden. Vielmehr gehe es um das, was er als die angemessene Rolle eines Exorzisten innerhalb der katholischen Kirche betrachte, so der Kardinal. "Mein Hauptkritikpunkt ist, dass ich die traditionelle Rolle eines Exorzisten für eine sehr private halte. Sie ist eine heilige Aufgabe."

"Privater Dienst innerhalb des kirchlichen Lebens"

Exorzisten übten einen Dienst aus, der ihnen von ihrem Bischof in besonders "schwerwiegenden Fällen" anvertraut werde. Dieses Amt solle auf diese seelsorgliche Aufgabe konzentriert bleiben, sagte McElroy weiter. "Ich denke, der traditionellere Ansatz eines Exorzisten ist ein privater Dienst innerhalb des kirchlichen Lebens, um Menschen zu helfen, die sich in einer Krise befinden und offenbar dämonisch besessen sind." Für Menschen, die Exorzismen durchführten, solle dieser Dienst nicht darüber hinausgehen.

Unmittelbar nach der Entbindung Rossettis von seiner Aufgabe hatte McElroy erklärt, die Äußerungen des Priesters, in denen er Ufos mit dämonischer Präsenz in Verbindung gebracht hatte, sowie die Nutzung sozialer Medien würden die sehr präzise Lehre der Kirche über Teufel, Dämonen und den Exorzismus schwerwiegend untergraben.

"Die meisten Ufo-Sichtungen sind tatsächlich Dämonen"

Rossetti hatte zuvor behauptet, Dämonen würden sich als Außerirdische ausgeben, um Menschen zu täuschen. Zwar spreche nichts gegen Leben auf anderen Planeten, er selbst aber glaube nicht daran. "Wahrscheinlich sind viele, wenn nicht die meisten Ufo-Sichtungen tatsächlich Dämonen", so der Priester, der damals zudem das "St. Michael Center for Spiritual Renewal" in der US-Hauptstadt leitete – ein Apostolat mit dem Ziel, mit Menschen zu beten, die seelisch leiden und Heilung sowie Befreiung benötigen. Das Zentrum arbeitete mit Genehmigung des Hauptstadt-Erzbistums; doch auch diese Zusammenarbeit wurde Anfang Juni beendet.

Die katholische Kirche versteht unter einem Exorzismus ein öffentliches und autoritatives Gebet im Namen Jesu Christi. Der Katechismus besagt dazu: "Der Exorzismus dient dazu, Dämonen auszutreiben oder vom Einfluss von Dämonen zu befreien, und zwar kraft der geistlichen Autorität, die Jesus seiner Kirche anvertraut hat." Nur ein Geistlicher mit ausdrücklicher Erlaubnis des Bischofs darf im Einzelfall und ausschließlich nach den von der Kirche festgelegten Regeln den Großen Exorzismus vollziehen. Dessen Ablauf ist im "Rituale Romanum" geregelt – unter dem Punkt: "De exorcismis et supplicationibus quibusdam" ("Exorzismen und bestimmte flehentliche Bitten"). (stz)