Künftiger Bischof von Eichstätt: Zölibatsfrage wird uns beschäftigen
Der ernannte Eichstätter Bischof Christian Würtz erwartet weitere Debatten um die Ehelosigkeit von Priestern. Gefragt nach einer möglichen Lockerung des Pflichtzölibats, sagte Würtz dem Bayerischen Rundfunk: "Man muss das sehr genau abwägen, denke ich: Was geben wir auf, wenn wir den Pflichtzölibat aufgeben, und was gewinnen wir? Das wird sicherlich eine Frage sein, die uns auch in nächster Zeit noch mal stark beschäftigen wird."
Würtz äußerte sich auch zum Synodalen Weg:"Ich denke, ein Bischof hat vor allem ja auch die Aufgabe, ein Diener der Einheit zu sein, das ist mir schon wichtig. Dass man jetzt sich nicht in Flügelkämpfen verliert, sondern dass man immer schaut, was ist eigentlich das Verbindende und das Zentrale."
In Sachen Synodalität sei es wichtig, aufeinander zu hören, voneinander zu lernen und seine eigene Meinung nicht von vornherein absolut zu setzen. Würtz warb dafür, sich zu fragen: "Was bewegt eigentlich die andere Meinung? Welche theologischen Gründe gibt es?" Er sehe es als seine Aufgabe an, mit allen im Gespräch zu sein, um dann zu schauen, was der Wille Gottes in alledem sei, ergänzte Würtz. Generell gelte: "Die Kirche muss sich immer reformieren, das ist, seit es sie gibt, so." Und weiter: "Wenn wir stehen bleiben und sich gar nichts ändert, dann bringt das die Kirche auch nicht voran."
Keine grundlegenden Differenzen
Darauf angesprochen, dass er beim Synodalen Weg reformfreudiger als sein Eichstätter Amtsvorgänger Gregor Maria Hanke abgestimmt habe, sagte Würtz: "Daraus jetzt grundlegende Differenzen zwischen ihm und mir abzuleiten, das geht, glaub ich, dann doch zu weit."
Vergangenen Dienstag wurde bekannt, dass Papst Leo XIV. den Freiburger Weihbischof Christian Würtz, 55, zum neuen Bischof von Eichstätt ernannt hat. Der Termin der offiziellen Amtseinführung steht noch nicht fest. Das Bistum Eichstätt im Herzen Bayerns hatte gut ein Jahr lang keinen Bischof, nachdem der bisherige Amtsinhaber Gregor Maria Hanke im Juni 2025 zurückgetreten war. Hanke führte unter anderem eine "innere Ermüdung" an. Er hatte während seiner letzten Amtsjahre mit einem Finanzskandal in seiner Diözese zu tun. (KNA)
