Kardinal Woelki: Die Zeit heilt nicht alle Wunden

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat angesichts des fünften Jahrestages der Ahr-Flut die bleibende Bedeutung des Ereignisses unterstrichen. "Ich denke immer wieder an die unendliche spontane und selbstlose Hilfsbereitschaft von Nachbarn, Familien, von Haupt- und Ehrenamtlichen. Diese Mitmenschlichkeit, die sich damals in einem ungeheuren Ausmaß gezeigt hat, die kann und will ich einfach nicht vergessen", so der Erzbischof in seinem Videoformat "Wort des Bischofs" am Wochenende. "Heilt die Zeit wirklich alle Wunden? Ich glaube das nicht."
Er sprach auch über die Verluste durch die Katastrophe. "Es gibt für einen fehlenden Menschen keinen Ersatz. Diese Wunde, die heilt nicht einfach, sondern es bleibt eine Narbe, die erinnert und diese Erinnerung, die ist wichtig", sagte Woelki. Dass in der Region vieles wieder aufgebaut worden sei, sei nur eine Seite der Medaille.
Erinnerung sei keine Rückwärtsbewegung
Diese Erinnerung bezeichnete er als etwas Positives – und verglich das mit der Eucharistie, die auch eine Erinnerungsfeier sei. "Erinnerung ist keine Rückwärtsbewegung, sondern eine innere Treue zu dem, der einem lieb und teuer ist und den man in Ehren halten will."
Zwischen dem 12. und 19. Juli 2021 war es durch heftige Regenfälle zu schweren Überschwemmungen gekommen, besonders in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Es starben mindestens 180 Menschen. Besonders betroffen war das Ahrtal. (cph)