Kritik an US-Präsident Trump

Striet: Man kann mit Gott Politik machen – aber nicht mit jedem Gott

Veröffentlicht am 14.07.2026 um 10:20 Uhr – Lesedauer: 

Köln ‐ Der Freiburger Theologe Magnus Striet verteidigt religiöse Bezüge in der Politik – sofern sie Freiheit und Demokratie dienen. Scharfe Kritik übt er an Trumps Gottesverständnis und an Teilen der katholischen Lehre.

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Nach Ansicht des Freiburger Fundamentaltheologen Magnus Striet dürfen Politiker durchaus mit Gott Politik machen – es komme allerdings darauf an, mit welchem Gott. "Wenn man die liberale Demokratie verteidigen will, muss Gott so gestrickt sein, dass er die Freiheitssehnsucht des Menschen bedient und akzeptiert. Sonst nicht", sagte Striet am Sonntag in einem Interview des "Kölner Stadt-Anzeigers".

Mit Blick auf die Politik von US-Präsident Donald Trump und dessen "Make America Great Again"-Bewegung, die sich beide immer wieder auf Gott berufen, sagte der Theologe: "Man muss theologisch nicht allzu gebildet sein, um zu erkennen, dass die mit dem Ruf 'America first' als christlich vorgetragenen Kategorien ideologischen Fantasien entspringen." Im Namen des biblischen Gottes müsse man klare Kritik an der ausgrenzenden Politik der derzeitigen US-Administration üben. "Wollen wir ernsthaft an einen Gott glauben, der nationale Interessen bedient? Und der sich dagegen sträubt, dass Menschen ihr Leben selbstbestimmt führen?"

Der katholischen Kirche attestierte Striet Probleme bei der Verwirklichung der liberalen Demokratie. "Das Problem ist, dass die römisch-katholische Kirche nach wie vor auf der lehramtlichen Ebene meint, die Religion als eine ethisch-normative Macht dem Staat vorordnen zu müssen." Auf der doktrinären Ebene sei die Kirche ein Hemmnis für die liberale, säkulare, plurale Gesellschaft. Gleichzeitig gebe es auf der Ebene des gelebten Christentums jedoch "unendlich viele Gruppierungen, die genau die Ideen der liberalen Demokratie stützen und fördern". (stz)