Neuer Ritus "Instrument der liturgischen Verwüstung"

Erzbischof: "Traditionis custodes" hat Wunden vertieft

Veröffentlicht am 15.07.2026 um 11:40 Uhr – Lesedauer: 

La Plata ‐ Vor fünf Jahren hat Papst Franziskus mit "Traditionis custodes" die Feier der "Alten Messe" eingeschränkt. Sein Landsmann, der emeritierte Erzbischof Héctor Aguer, sieht darin einen großen Fehler.

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Der emeritierte Erzbischof von La Plata (Argentinien), Héctor Aguer, hat die Beschränkungen der "Alten Messe" durch Papst Franziskus (2013–2025) kritisiert. "Das vor fünf Jahren veröffentlichte Motu proprio 'Traditionis Custodes' hat die Wunden keineswegs geheilt, sondern sie nur noch vertieft", schreibt Aguer in einem Beitrag auf dem traditionalistischen Blog "Rorate Caeli" (Montag). Entgegen der Absicht von Franziskus habe das Dokument besonders unter jungen Menschen zu einem wachsenden Interesse an Tradition und Orthodoxie geführt. "Heute findet ein Großteil der Konversionen unter jenen statt, die den alten Ritus bevorzugen."

Die Begeisterung für die Feier der Messe nach den liturgischen Büchern von 1962 sei weit mehr als eine Modeerscheinung. "Denn in den vergangenen sechzig Jahren war es Mode, den Novus Ordo – sogar entgegen der Vorgaben von Sacrosanctum Concilium – zu einem Instrument der liturgischen Verwüstung zu machen, bei dem alles erlaubt ist." Die vier eucharistischen Gebete aus dem reformierten Messbuch seien durch das ersetzt worden, was dem jeweiligen Zelebranten gerade in den Sinn komme, kritisierte Aguer. "Dies und andere Zusammenbrüche in Lehre, Moral und Disziplin führten zu leeren Priesterseminaren und Klöstern, lösten massive Austritte aus dem Klerus und dem Ordensleben aus und verursachten einen massiven Aderlass in der Kirche."

"Ich weiß, dass der Herr mich sehr bald zu sich rufen wird"

Aguer betonte in seinem Text, dass er 1972 im Novus Ordo zum Priester geweiht worden sei und noch nie eine "Alte Messe" zelebriert habe. Er war von 2000 bis 2018 Erzbischof von La Plata. Sein Nachfolger, Erzbischof Víctor Manuel Fernández, wurde 2023 von Franziskus zum Präfekten des Dikasteriums für die Glaubenslehre ernannt.

Er sei 83 und verlasse sein Zimmer im Priesterheim nur noch, um in die Kapelle zu gehen, schreibt Aguer. "Ich weiß, dass der Herr mich sehr bald zu sich rufen wird – er, den ich nach besten Kräften zu lieben und zu dienen versucht habe, trotz meiner Sünden und Unzulänglichkeiten", so der Erzbischof. "Und auf diese Rechenschaft versuche ich mich vorzubereiten, indem ich noch mehr bete und meine gegenwärtigen Leiden aufopferte." Seine größte Freude sei es, dass er 49 Priester und drei Diakone auf ihrem Weg zum Priesteramt geweiht habe. "Einige von ihnen – jung und mutig, eifrige Hüter der gesunden Lehre – wirken heute in wachsenden Gemeinden, die sich durch eine sorgfältige Liturgie, geduldige Seelsorge und missionarischen Eifer auszeichnen." Aus diesen Gemeinden gingen Berufungen für Ehe, Priesteramt oder Ordensleben für die gesamte Kirche hervor. "Sie und ihre geistlichen Kinder machen einen großen Teil des Trostes und der Hoffnung dieses betagten Bischofs aus." (cbr)