Überraschendes Statement

Trump-Vertrauter Kardinal Dolan wirbt für die Aufnahme von Migranten

Veröffentlicht am 15.07.2026 um 12:15 Uhr – Lesedauer: 

New York ‐ Unerwarteter Appell: Mit Blick auf Papst Leo XIV. und den amerikanischen Traum ruft Trump-Freund Kardinal Dolan zur Aufnahme von Migranten auf. Auch zum Thema Patriotismus und Nationalismus äußert er sich.

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Versöhnliche Töne sendet der US-amerikanische Kardinal Timothy Dolan aus New York. In einem am Dienstag bei "X" veröffentlichten Video ruft der Kardinal dazu auf, Migranten willkommen zu heißen. Der emeritierte Erzbischof von New York bezieht sich in seinem Video auf das "großartige" Gratulationsschreiben Papst Leos XIV. an die Amerikaner zum 250. Unabhängigkeitstag der USA. Der Papst betone, dass die USA eine Nation von Einwanderern sei. Nun meldete sich Dolan nach eigenen Worten aus der "Stadt mit der Freiheitsstatue", die Immigranten willkommen heiße.

Papst-Botschaft auf Lampedusa

Papst Leo sei am 4. Juli nach Lampedusa gereist, "wo leidende Auswanderer an den Küsten angespült werden, nachdem sie versucht haben, Unterdrückung, Hunger und Leid zu entfliehen und in die Freiheit zu gelangen", sagte Dolan. Der Papst habe die Migranten dort gesegnet und "uns alle aufgefordert, die Einwanderer willkommen zu heißen", so der Kardinal – wie Jesus selbst in der Bibel und "natürlich auch unser amerikanischer Traum" stets hochgehalten habe.

Dolan, der der US-Bischofskonferenz von 2010 bis 2013 vorstand, gilt als prominenter Unterstützer Donald Trumps, der diesem auch bei beiden Amtseinführungen zur Seite stand. Ganz unverhofft kommt Dolans Video dennoch nicht: Bereits im Vorfeld von Donald Trumps erster Inaugurationszeremonie im Januar 2017 hatte er die Pläne der Republikaner zur Einwanderungspolitik kritisiert.

Dolan bei Trumps Gebetstreffen

Anlässlich des USA-Jubiläums hatte die Regierung im Mai ein neun Stunden dauerndes Gebetstreffen organisiert, das die USA als christliche Nation herausstellen sollte. Evangelikale gaben den Ton an. Die katholische Kirche hielt Abstand zu dieser Veranstaltung von Trumps Festkomitee "Freedom 250". Nur Dolan und Bischof Robert Barron aus Minnesota wirkten mit.

In einem YouTube-Video vom 8. Juli lobte Dolan die "Tugend des Patriotismus", die die Feierlichkeiten wiederbelebt hätten. "Die Liebe zum Vaterland ist eine Tugend, die in der Bibel verankert ist", sagte der Kardinal. Doch er warnte auch vor Extremen: "Patriotismus ist eine Tugend, Nationalismus ist ein Laster. Nationalismus bedeutet, dass wir anfangen, unsere Nation zu vergöttern, und dass sie den Platz Gottes einnimmt." (KNA)