Motiv unklar

Abgesägte Regenbogenflagge vor Kirche: Verdächtiger gefasst

Veröffentlicht am 16.07.2026 um 16:40 Uhr – Lesedauer: 

Mannheim ‐ Neun Meter hoch war der Mast einer Regenbogenfahne vor der Kirche Sankt Sebastian in Mannheim. Am Montag wurde er abgesägt. Nun wurde ein Verdächtiger gefasst. Das Motiv ist noch unbekannt.

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In Mannheim ist ein rund neun Meter hoher Fahnenmast mit einer Regenbogenfahne vor der katholischen Kirche Sankt Sebastian abgesägt worden – nun ist der mutmaßliche Täter gefasst worden. Es handelt sich um einen 58-jährigen Mann aus Mannheim, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Der abgesägte Metallmast war auf den Marktplatz gestürzt. Verletzt wurde niemand.

Mehrere Zeugen hatten den Vorfall am Montagabend gegen 19.00 Uhr beobachtet, einer verständigte die Polizei, so die Kirchengemeinde. Pfarrer Lukas Glocker erstattete Strafanzeige. Der Mann muss nun den entstandenen Schaden an dem Fahnenmast ersetzen. Strafrechtlich muss er sich wegen Sachbeschädigung verantworten. Zum Motiv des Mannes könne man noch keine Aussage machen, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage.

Zur "Monnem Pride" gehisst

Die Regenbogenfahne war anlässlich der "Monnem Pride" als Zeichen für Vielfalt vor der Marktplatzkirche Sankt Sebastian gehisst worden. Die "Monnem Pride" gilt als größtes Event der queeren Community in der Rhein-Neckar-Region. Mit dem englischen Wort "queer" bezeichnen sich Menschen, die nicht heterosexuell sind oder deren geschlechtliche Identität nicht mit gesellschaftlichen Rollenbildern übereinstimmt.

Die Katholische Kirchengemeinde Mannheim hatte sich zum dritten Mal an der "Monnem Pride" beteiligt – gemeinsam mit der evangelischen Kirche und weiteren christlichen Initiativen und Akteuren. Das Motto lautete: "Liebe tut der Seele gut – Hass schadet der Seele."

Der leitende Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde Mannheim, Lukas Glocker, hatte das Hissen der Regenbogenfahne vor der Marktplatzkirche Sankt Sebastian bewusst initiiert: "Die Fahne macht sichtbar, dass jedem Menschen, unabhängig von sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität, Herkunft, Religion, Aussehen oder Hautfarbe mit Respekt und Achtung begegnet werden soll", erklärte er. (KNA)