Papst erinnert an Krieg: Vergessen wir nicht die Leidenden und Toten

Papst Leo XIV. spricht das Angelus
Bild: KNA/Vatican Media/Romano Siciliani

Papst Leo XIV. hat an seinem Urlaubsort an weltweite Konflikte erinnert. "Wir verfolgen weiterhin mit Sorge die Ereignisse in den von Krieg und Gewalt zerrissenen Ländern", sagte er am Sonntag beim Mittagsgebet in Castel Gandolfo. "Vergessen wir nicht die Leidenden und Toten und verbinden wir unsere Gebete mit unserem großzügigen Engagement für den Frieden."

Der Papst verbringt derzeit eine dreiwöchige Auszeit in den Albaner Bergen, rund 25 Kilometer südöstlich von Rom – wie die meisten Päpste seit 400 Jahren, außer seinem Vorgänger Franziskus (2013-2025). Seine kurze Ansprache hielt er im Torbogen des Apostolischen Palastes, flankiert von zwei Schweizergardisten. Hunderte Menschen auf der mit Fahnen und Willkommensplakaten geschmückten Piazza della Libertà bereiteten ihm einen begeisterten Empfang. Viele schützten sich mit Schirmen vor der intensiven Sonne.

Nach seiner Ansprache mischte sich Leo XIV. überraschend zu Fuß und in einem kleinen Golfwagen unter die Menge, segnete Kleinkinder und schüttelte viele Hände, darunter die eines Jungen in einem "Messi"-Trikot der argentinischen Nationalelf. Die Menschen schenkten dem Papst Zeichnungen und Briefe, Kuscheltiere, T-Shirts und ein Pfandfinderhalstuch.

Gott bevorzuge das Kleine

Am Samstagabend hatte das Bistum Albano bereits ein Klassikkonzert zu seinen Ehren im Innenhof des Papstpalastes veranstaltet. Auch einer der beiden älteren Brüder des Papstes, John Prevost, soll sich derzeit bei Leo XIV. aufhalten.

Beim Mittagsgebet warnte Leo XIV. davor, sich Gott wie eine mächtige Gestalt vorzustellen, "die sich mit Gewalt durchsetzt, die Raum einnimmt, um zu herrschen, die triumphal daherkommt". Tatsächlich bevorzuge Gott "das Kleine – ein Zeichen seiner zurückhaltenden Liebe, die uns die Freiheit lässt, ihn anzunehmen oder abzulehnen".

"Manchmal erwarten wir etwas Aufsehenerregendes, wünschen uns einen Gott, der von oben eingreift und das Unkraut des Bösen sofort ausreißt", so der Papst. "Wir stellen uns einen starken und mächtigen Gott vor und passen diesem Bild leider auch unsere Art an, Christen zu sein und Kirche zu sein", kritisierte er. Statt alles vorschnell und arrogant zu beurteilen und sich mit Macht zu behaupten, sollten Christen das Gute wahrnehmen, "das selbst in der Finsternis des Bösen aufkeimt". (KNA)

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