Antichristliche Graffiti an Schlosskirche in Bayreuth entdeckt

Antichristliche Graffiti an Schlosskirche in Bayreuth entdeckt
Bild: picture alliance/dpa | Jens Büttner

Unbekannte haben laut Polizei antichristliche Graffiti auf die katholische Schlosskirche in Bayreuth gesprüht. Wie die Beamten am Montag mitteilten, hinterließen die Täter bereits am Freitag zwei auf dem Kopf stehende Kreuze auf den Eingangssäulen des Gotteshauses, jeweils etwa zwei Meter groß. Die Kripo schätzt den dadurch entstandenen Sachschaden auf etwa 500 Euro. Zeugenhinweise nimmt sie unter Telefon (09 21) 50 60 entgegen.

Ein auf dem Kopf stehendes Kreuz wird Petruskreuz genannt. Der Überlieferung nach wurde der Apostel Petrus kopfüber gekreuzigt. Das geschah wohl auf seinen eigenen Wunsch hin, weil er sich nicht als würdig empfand, auf dieselbe Weise wie Jesus zu sterben, wie das Internetportal katholisch.de erklärt. Auch in der Kunst taucht das umgekehrte Kreuz demnach zusammen mit dem Motiv des Schlüssels als Symbol für Petrus auf. "Als Provokation oder als Ablehnung des Christentums wird diese Kreuzform auch als Zeichen für Satanismus verwendet", heißt es weiter.

Geschichte der Schlosskirche

Die Bayreuther Schlosskirche geht nach Angaben des zuständigen Erzbistums Bamberg auf das wohl bedeutendste Markgrafenpaar des Bayreuther Fürstentums, Markgraf Friedrich (1711–1763) und Markgräfin Wilhelmine (1709–1758), zurück. "Das Markgrafenpaar erlebte im Januar 1753 den verheerenden Schlossbrand, in dessen Folge der Entschluss gefasst wurde, das Alte Schloss als Residenz nicht mehr aufzubauen, sondern eine neue Residenz, das heutige Neue Schloss, zu errichten", heißt es. An der Stelle der alten Hofkirche wurde demnach, allerdings um ein Vielfaches größer, 1758 die neue Schlosskirche eröffnet.

Ursprünglich entstand das Gotteshaus im Stil des Bayreuther Rokoko. In der Folgezeit bekam die Kirche jedoch immer wieder zeittypische Überformungen. 2018 wurde das Gebäude generalsaniert. Dabei sollten die Überformungen der vergangenen 200 Jahre behutsam relativiert und der Charakter der höfischen Markgrafenkirche vor allem durch die Bemalung der seit 1862 verwaisten Deckenspiegel wiederhergestellt werden. (KNA)