Erklärung der Bischofskonferenz

Nach tödlichen Schüssen auf Migranten – US-Bischöfe in Sorge

Drei Bischöfe von hinten
Bild: picture alliance / NurPhoto | Massimo Valicchia

Nach den jüngsten Todesfällen bei Einsätzen der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE haben sich die Bischöfe der Vereinigten Staaten besorgt geäußert. In einer am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Erklärung der Bischofskonferenz hieß es: "Als Katholiken glauben wir, dass alle Menschen nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind." Jeder Verstoß gegen diese "Kernlehre unseres Glaubens" sei beklagenswert.

Die Bischöfe verwiesen auf eine Erklärung vom November. Bereits damals hatten sie sich beunruhigt über die strikte Migrationspolitik unter US-Präsident Donald Trump geäußert. Nun stellten sie erneut klar: "Handlungen, die die Würde einer Person oder Gruppe einschränken oder missachten, sollten in unserer Gesellschaft niemals normalisiert werden." Eine Entmenschlichung von Migranten sei – unabhängig von ihrem rechtlichen Status – ebenso abzulehnen wie eine Diffamierung von Sicherheitsbeamten.

Zwei tödliche ICE-Einsätze im Juli

Hintergrund der neuen Stellungnahme sind zwei tödliche Schusswaffeneinsätze von ICE-Beamten in diesem Monat. Dabei wurden ein Mexikaner und ein Kolumbianer erschossen. Laut Behördenangaben handelten die beteiligten Beamten jeweils in Notwehr.

Die Bischofskonferenz betonte, dass der Staat die Einhaltung der Gesetze auf humane Weise sicherstellen müsse – die grundlegenden Menschenrechte müssten stets gewahrt werden. Überdies wiederholten die Bischöfe ihre Forderung nach einer grundlegenden Reform des US-Einwanderungssystems.

Nach Angaben von Human Rights Watch starben seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit 52 Menschen in Gewahrsam der Einwanderungsbehörde ICE – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zur Regierungszeit von Vorgänger Joe Biden. Die Menschenrechtler führen dies vor allem auf die starke Zunahme der Inhaftierungen und eine damit verbundene Überlastung der medizinischen Versorgung zurück. (KNA)