Bischofskonferenz-Vize: Festnahme von Ordensfrau zutiefst verstörend
Für den Vizepräsidenten der US-Bischofskonferenz, Bischof Daniel Flores, ist die Festnahme der Ordensfrau Leticia Ugboaja auf ihrem Weg zum Gottesdienst zutiefst verstörend. Das sagte der Bischof des texanischen Brownsville auf Anfrage von katholisch.de am Dienstag. Flores zeigte sich dankbar für ihre Freilassung. Zugleich blieben viele Fragen zu den Hintergründen ihrer Festnahme und Inhaftierung offen.
Wörtlich sagte der Bischof: "Schon jetzt ist jedoch klar, dass die Einsatzrichtlinien des Heimatschutzministeriums, die es ermöglichen, eine Ordensschwester – oder irgendeinen anderen Menschen – auf dem friedlichen Weg zur Kirche an einem Sonntagmorgen festzunehmen und in Handschellen abzuführen, zutiefst verstörend sind und dringend reformiert werden müssen."
Große Aufmerksamkeit für den Fall
Gegenüber katholisch.de erklärte zudem eine Sprecherin der Diözese Brownsville, derzeit würden weitere Informationen über die Hintergründe der Festnahme sowie deren Ablauf gesammelt. Ugboaja engagiere sich ehrenamtlich als außerordentliche Kommunionspenderin. Beruflich arbeite sie als Krankenschwester. Zuvor war sie zehn Jahre lang als staatlich anerkannte Pflegeassistentin tätig.
Hintergrund ist, dass die Ordensfrau am Samstag im US-Bundesstaat Texas von der Einwanderungsbehörde ICE festgenommen und eine Nacht lang in Gewahrsam gehalten wurde. Sie war in ihrer Ordenskleidung zu Fuß auf dem Weg zu einem Gottesdienst in der Grenzstadt McAllen gewesen, als Beamte der ICE sie aufgriffen. Kurz nach der Festnahme hatten Verantwortliche der örtlichen Pfarrei in den sozialen Medien auf den Fall aufmerksam gemacht. Diese Meldung erregte große öffentliche Aufmerksamkeit. Unter anderem setzten sich Mitglieder des US-Kongresses, darunter die texanische Kongressabgeordnete Monica de la Cruz, für die Ordensfrau ein. Daraufhin wurde sie aus dem Gewahrsam entlassen. (mtr)
