In Frankreich stehen laut aktuellen Forschungsergebnissen einer Wissenschaftlerin zahlreiche kontemplative Klöster vor dem Aus. Zu diesem Ergebnis kommt die Soziologin Isabelle Jonveaux. Dem französischen Magazin "La Vie" sagte sie, dass jährlich etwa zehn Klöster geschlossen würden. Bis zum Jahr 2015 wurden meist weniger als vier Schließungen pro Jahr verzeichnet.
Besonders betroffen seien weibliche Ordensgemeinschaften: Während bei ihnen inzwischen 32 Prozent der Gemeinschaften aufgegeben worden seien, liege der Anteil der geschlossenen Männerklöster bei 21 Prozent. Historisch ist den Angaben zufolge die Zahl der Frauenklöster in Frankreich allerdings deutlich höher gewesen.
Unterschiedliche Auswirken je nach Orden
Besonders große Verluste verzeichneten nach Angaben der Forscherin die Karmelitinnen, Klarissen und Trappistinnen. Bei diesen Gemeinschaften seien innerhalb von zwei Jahrzehnten rund ein Drittel bis 40 Prozent der Klöster verschwunden. Weniger stark betroffen seien etwa Dominikanerinnen und Benediktiner.
Jonveaux sieht auch einen Zusammenhang zwischen der Pflege bestimmter liturgischer Traditionen und der Entwicklung einzelner Gemeinschaften. Klöster, die neben Französisch auch Latein im Stundengebet verwendeten, hätten sich teils stabiler entwickelt als rein französischsprachige Gemeinschaften. Dies deute darauf hin, dass traditionelle Formen weiterhin Menschen ansprechen könnten. (KNA)
Vor allem bei Frauenorden
Zahl der Klöster in Frankreich nimmt ab