Verweis auf Papst-Enzyklika

Autonome KI-Attacke: Kardinal Marx sieht Sorge des Papstes bestätigt

Kardinal Reinhard Marx mit Armschiene präsentiert sein neues Buch
Bild: KNA/Robert Kiderle

Nach einem von KI-Modellen des US-Unternehmens OpenAI eigenständig ausgeführten Hackerangriff sieht der Münchner Kardinal Reinhard Marx die Warnungen von Papst Leo XIV. bezüglich der Technik bestätigt. "Am Anfang steht nicht nur die KI, sondern der grundsätzliche Auftrag, den die KI weit auffassen konnte und deswegen auch danach vorgegangen ist", sagte Marx dem Sender Vatican News.

Er verwies auf das päpstliche Lehrschreiben "Magnifica humanitas". Die im Mai vorgestellte, erste Enzyklika von Leo XIV. befasst sich mit der KI und fordert unter anderem deren "Entwaffnung". Der nun bekannt gewordene Vorfall zeige, "dass der Papst hier einen wichtigen Punkt trifft", so Marx weiter. Gleichzeitig betonte er, dass Leo XIV. der Technik nicht grundsätzlich ablehnend gegenüberstehe. "Der Papst sieht auch die Möglichkeiten. Aber er tut das mit der klaren Überzeugung: Nur wir Menschen sollten bestimmen, was KI darf."

Dafür werde in der Enzyklika die Forderung nach einem kontrollierenden Gemeinwesen formuliert, "das Kontrolle ausübt, viele Menschen einbezieht und die Interessen nicht nur auf wenige beschränkt, die Macht ausüben oder Profit haben", erklärte Marx. Zugleich müssten Menschen befähigt werden, die Technik zu verstehen und verantwortungsvoll mit ihr umzugehen. Das geschehe bislang noch zu selten. "Ich bin überzeugt, dass wir für die Zukunft noch zu wenig in Bildung investieren, gerade in diesen herausfordernden Zeiten mit der KI." (KNA)