"Er will uns von Gott wegziehen"

Erzbischof: Satan freut sich über Spaltung durch Piusbruderschaft

Bischof Alfonso de Galarreta bei der Weihe von vier Priestern der Piusbruderschaft zu Bischöfen in Econe
Bild: KNA/Bernard Hallet/cath.ch

Der Erzbischof von Portland im US-Bundesstaat Oregon, Alexander Sample, hat die unerlaubten Bischofsweihen der Piusbruderschaft kritisiert. Auch wenn er mit einigen Sorgen sympathisiere, müssten sie in der Kirche bleiben, sagte Sample in seinem Podcast am Dienstag. Darin machte der Erzbischof Arroganz und Hochmut für die Kirchenspaltung verantwortlich. "Das sind alles Samen der Spaltung, die der Feind gesät hat", sagte Sample. "Er liebt Spaltung. Er freut sich in der Hölle über diese Situation mit der Gemeinschaft des heiligen Pius X." Diesen Spaltungen müsse man widerstehen und über die Bedenken sprechen.

In Richtung der Piusbruderschaft sagte der Erzbischof: "Brecht nicht die Gemeinschaft, spaltet euch nicht ab. Glaubt nicht, dass ihr alle Antworten habt. Glaubt nicht, dass ihr die Hüter des wahren Glaubens seid." Satan selbst sei hochmütig. "Wegen seines Hochmuts wurde er aus dem Himmel verstoßen und jetzt will er uns diesen Hochmut einflößen und Zwietracht säen. Er will uns von Gott wegziehen."

"Man muss manche Dinge akzeptieren"

Die bereits im Konzilsdokument "Lumen gentium" erwähnte Unfehlbarkeit der Kirche meine nicht, dass "jede Aktion jedes Papstes, jedes Bischofs und jedes Priesters unfehlbar ist. Fehler passieren." Man müsse nur in die Kirchengeschichte schauen, um viele Fehler zu finden, die über die Jahrhunderte gemacht worden seien. "Und trotzdem bleibt Christus, wie er versprochen hat, immer bei uns und führt uns." Sample nannte Papst Johannes Paul II., der bei seiner Regierungsführung oder disziplinären Dingen anders entschieden habe, als er persönlich dies für richtig erachte. "Aber im Geiste des Gehorsams und der Gemeinschaft muss man manche Dinge akzeptieren."

Die Kirche habe sich immer selbst reformiert. Daher könne man die Kirche nicht an einem Punkt der Geschichte einfrieren und keine Veränderungen mehr zulassen. "Das ist nicht die Kirche", so Sample.

Trotz mehrfacher Warnungen aus dem Vatikan hatte die Piusbruderschaft Anfang Juli im Schweizer Écône vier Geistliche zu Bischöfen geweiht (siehe Foto). Die Weihen erfolgten ohne päpstliches Mandat und sind damit ein schismatischer Akt. Sie ziehen die Tatstrafe der Exkommunikation für Spender und Empfänger nach sich. Kurz nach der Weihe hatte der Vatikan die Exkommunikation der Bischöfe festgestellt. Alle Geistlichen der Gemeinschaften gelten laut Vatikan außerdem als Schismatiker. (cbr)