Júlio Duarte Langa aus Mosambik, Drittältester der Kardinäle der Weltkirche, ist tot. Er starb am Montag im Alter von 98 Jahren, wie Vatican News berichtet. Von 1976 bis 2004 Bischof von Xai-Xai, war Duarte Langa erst der zweite Kardinal in der Geschichte seines Landes. Mit seinem Tod hat das Kardinalskollegium noch 240 Mitglieder. Von ihnen sind 116 unter 80 Jahre alt und damit zur Papstwahl berechtigt.
In Duartes Amtszeit fielen der blutige Bürgerkrieg (1977–1992) in Mosambik, in dem mehrere hunderttausend Menschen starben, sowie die schwierige Zeit des Wiederaufbaus. 2015 nahm Papst Franziskus den damals bereits 87-jährigen Emeritus ins Kardinalskollegium auf. Im September 2019 besuchte Franziskus das ostafrikanische Land.
Lage im Land seit Krieg
Laut Unicef gibt es in Mosambik rund 1,5 Millionen Waisen. Die Analphabetenrate unter Erwachsenen beträgt rund 50 Prozent. Nur sechs Prozent der unter Fünfjährigen haben eine Geburtsurkunde. Kinder ohne Papiere sind der Gefahr von Missbrauch, Kinderarbeit und Zwangsheirat ausgesetzt. Regierung und Kirche unternehmen seit Kriegsende große Anstrengungen für Grundschulunterricht.
Erster Kardinal in Mosambik war 1946 der Portugiese Teodosio Clemente de Gouveia aus Madeira (1889–1962). 1988 folgte Alexandre José Maria dos Santos (1924–2021) und 2015 Júlio Duarte Langa, beide gebürtig in Mosambik. (KNA)
4.8., 16:15 Uhr: Meldung aktualisiert.