Die aus Österreich stammende Ordensfrau Martha Zechmeister ist mit dem "Theologischen Preis" der Salzburger Hochschulwochen für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden. Die Theologin erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Preis am Mittwochabend in Salzburg, wie die Presseagentur Kathpress berichtete.
Zechmeister sei eine "profunde Vermittlerin und Fürsprecherin der lateinamerikanischen Befreiungstheologie", die die "Option für die Armen" sowohl in der Theoriebildung als auch in der Praxis vorantreibe, hieß es in der Begründung der Jury. Die Theologin stehe für einen "hellwachen Blick auf die bedrängenden Realitäten" und für das befreiende Potenzial der Botschaft Jesu".
"Arme sind Subjekt christlicher Gemeinde"
Die Laudatio auf Zechmeister hielt der Salzburger Theologe Franz Gmainer-Pranzl. Die Ordensfrau erinnere daran, "dass die Armen nicht bloß ein Fall für die kirchliche Caritas-Arbeit sind, sondern Subjekt christlicher Gemeinde" und Maßstab dessen, "ob wir vom biblischen Gott oder von einem Götzen reden", der als "Rechtfertigungsfigur zur Verteidigung von Macht und Reichtum" diene.
In ihren Dankesworten unterstrich Zechmeister, dass Theologie sich stets neu "der Wirklichkeit aussetzen und von ihr unterbrechen lassen" müsse, "besonders von der Wirklichkeit der Verletzlichsten". Eine Theologie, "die überall und zu jeder Zeit dasselbe wiederholt", bleibe "wirklichkeitsleer und vermag Gott nicht zur Sprache zu bringen", so die Ordensfrau.
Zechmeister wurde 1956 im niederösterreichischen Kotting geboren. Sie gehört dem Orden der Maria-Ward-Schwestern (Congregatio Jesu) an. Von 1999 bis 2008 war sie Professorin für Fundamentaltheologie an der Universität Passau. Seit 2009 ist sie Professorin an der Universidad Centroamericana "José Simeón Cañas" in El Salvador. (KNA)