Das nordspanische Erzbistum Pamplona und Tudela hat sich für "unangemessene" Äußerungen eines seiner Pfarrer über die jüngste Ankunft vieler Migranten auf Ceuta entschuldigt. Erzbischof Florencio Roselló ließ am Donnerstag erklären, die Äußerungen des Pfarrers seien mehr als unangebracht – "insbesondere für einen Priester, der dazu berufen ist, ein Instrument von Gemeinschaft, Dialog und Versöhnung zu sein".
Vor einer Woche hatten bis zu 72.000 hauptsächlich marokkanische Migranten die spanische Nordafrika-Exklave an der marokkanischen Mittelmeerküste erreicht. Der Pfarrer der nordspanischen Gemeinde Huarte, Javier Aizpún, bezeichnete die Massenbewegung auf der Plattform X als eine "Invasion", beschuldigte Spaniens Regierung, "dem Feind untertan" zu sein, und rief sich unter anderem zu einer "Rückeroberung Marokkos" auf. Notfalls solle man Rabat "bombardieren".
Diese Worte gingen schnell viral und sorgten landesweit für Aufregung. Spanische Medien berichteten, der Pfarrer habe sich bereits persönlich bei Pamplonas Erzbischof für seine Aussagen entschuldigt und sein X-Konto gelöscht. Erzbischof Roselló erklärte, bei Aizpúns Kommentaren handele es sich um eine rein persönliche Meinung, die in keiner Weise die Meinung des Bistums repräsentiere oder von dieser geteilt werde.
Menschenwürde kennt keinen Pass
Roselló unterstrich, die Position des Bistums stimme voll und ganz mit der Botschaft von Papst Leo XIV. überein, der bei seinem Besuch im Hafen von Arguineguín auf Gran Canaria im Juni daran erinnert habe, dass "Menschenwürde keinen Pass kennt" und man "nicht von Würde sprechen und gleichzeitig zulassen kann, dass die Meere zu Friedhöfen werden".
Das Bistum entschuldigte sich mit Blick auf die Worte des Pfarrers "für die Verwirrung und das Unbehagen, die diese Aussagen möglicherweise hervorgerufen haben". Der Erzbischof sprach sich für "eine Kultur von Begegnung, Respekt vor der Würde jedes Menschen und der Suche nach Lösungen aus, die von Frieden, Gerechtigkeit und Dialog inspiriert sind". (KNA)