Das Kreuz des heiligen Georg beim FC Barcelona, die Madonna bei Sporting Braga oder das Christusordenkreuz beim brasilianischen Verein Vasco da Gama: Auf den Trikots einiger weltbekannter Fußballvereine verstecken sich christliche Symbole. Oft fallen sie aber kaum auf. Denn wer an Fußballtrikots denkt, hat Sponsoren und Ausrüsterlogos im Sinn, weshalb die religiöse Symbolik oft etwas untergeht. Ein kleiner Überblick.
FC Barcelona
Oben links im wohl bekanntesten Vereinswappen der Welt, des FC Barcelona, befindet sich ein rotes Kreuz auf weißem Grund. Es ist das Kreuz des heiligen Georg, auf katalanisch Creu de Sant Jordi. Der Verein selbst erklärt die Bedeutung so: Das Kreuz steht für den Schutzpatron Kataloniens und findet sich ebenfalls im Wappen der Stadt Barcelona. In seiner heutigen Form stammt das Barca-Wappen aus dem Jahr 1910. Damit haben Spieler vieler – darunter Lionel Messi, Diego Maradona, Ronaldinho, Thierry Henry, Luís Figo, Xavi Alonso oder Robert Lewandowski – ein traditionelles Heiligensymbol auf der Brust getragen. Und das, obwohl es heute anders verstanden wird – nämlich als Ausdruck für Barcelona und Katalonien.
Real Madrid
Beim legendären Verein Real Madrid ist das christliche Symbol unauffälliger. Über dem berühmten runden Vereinswappen sitzt die spanische Königskrone – und auf deren Spitze befindet sich ein kleines Kreuz. Ähnliches findet sich auch bei anderen spanischen Vereinen, die den Ehrentitel "Real" – also "königlich" – tragen dürfen. Dennoch ist eine Unterscheidung nötig: Real Madrid versteht sich nicht als christlicher Verein. Das Kreuz gehört hier viel mehr zur traditionellen Darstellung der spanischen Königskrone.
AC Mailand
Zwischen den berühmten roten und schwarzen Streifen des AC Mailand fällt ein anderes Detail etwas weniger auf: Im Vereinswappen befindet sich ein rotes Kreuz auf weißem Grund. Es steht für den heiligen Ambrosius, den Schutzpatron der Stadt. Der Verein selbst bezeichnet das Kreuz als den ältesten Bestandteil seines Emblems. Nach eigenen Angaben ist das Symbol bereits seit dem 12. Jahrhundert mit Mailand verbunden. Bei historischen Sondertrikots wurde dieses Motiv sogar besonders hervorgehoben. Der Klub bezeichnet das rote Kreuz dabei ausdrücklich als Georgskreuz und Symbol der Stadt. So steckt selbst im Logo eines Vereins, der weltweit vor allem für seine rot-schwarzen Streifen bekannt ist, mittelalterliche christlich geprägte Heraldik.
In seiner heutigen Form stammt das Barca-Wappen aus dem Jahr 1910. Damit haben Spieler vieler – darunter Lionel Messi, Diego Maradona, Ronaldinho, Thierry Henry, Luís Figo, Xavi Alonso oder Robert Lewandowski – ein traditionelles Heiligensymbol auf der Brust getragen.
FC Sevilla
Das Wappen des FC Sevilla ist mehr als ein sportliches Zeichen – es trägt ein Stück der Geschichte der Stadt in sich. Das heutige Wappen basiert auf dem 1921 von Pablo Rodríguez entworfenen Wappen. Besonders auffällig sind die drei Heiligen, die aus dem Stadtwappen entnommen wurden: Isidor von Sevilla, Ferdinand III. und Leander von Sevilla. Isidor und Leander waren bedeutende Kirchenmänner, während Ferdinand III. Sevilla 1248 für die Krone von Kastilien eroberte. Damit verweist das Vereinswappen deutlich auf die christliche Tradition Sevillas. Die Buchstaben S, F und C stehen für "Sevilla Fútbol Club", die roten und weißen Streifen für die Vereinsfarben.
1. FC Köln
Beim 1. FC Köln findet sich kein großes Kreuz im Vereinswappen. Dafür steht hinter dem berühmten Geißbock die Silhouette des Kölner Doms. Und damit trägt der FC eines der bedeutendsten christlichen Bauwerke Europas in seinem Logo, denn die gotische Kathedrale ist nicht nur Wahrzeichen Kölns, sondern Sitz des Erzbischofs und seit Jahrhunderten ein bedeutender katholischer Sakralbau. Im Vereinswappen funktioniert der Dom heute natürlich vor allem als Symbol für die Heimatstadt. Dennoch ist die Verbindung bemerkenswert: Ein Bundesligaverein trägt auf dem Trikot die Silhouette einer Kathedrale.
SSV Ulm 1846
Ein ähnliches Beispiel findet sich beim SSV Ulm 1846. Die Silhouette des Ulmer Münsters ist eng mit der visuellen Identität von Stadt und Verein verbunden. Der Sakralbau besaß lange Jahre den höchsten Kirchturm der Welt und ist das mit Abstand bekannteste Wahrzeichen Ulms. Auch hier gilt: Das Motiv soll in erster Linie die Verbundenheit mit der Heimatstadt ausdrücken. Dass dieses Wahrzeichen eine Kirche ist, macht aus dem Verein noch lange keinen religiösen Klub. Es zeigt aber, wie selbstverständlich christliche Architektur ihren Weg in die Symbolwelt des Fußballs gefunden hat.
Fortuna Sittard
Beim niederländischen Erstligisten Fortuna Sittard ist die christliche Symbolik sogar Teil eines eigens gestalteten Trikots. Das burgunderrote Design des neuen Trikots ist eine Hommage an die Heilige Rosa von Lima, die seit mehr als 300 Jahren als Schutzpatronin der Stadt verehrt wird. Die Farbe erinnert an die Rose als Symbol der Heiligen, während ein dezentes Rosenmuster die enge Verbindung zwischen ihr und Sittard aufgreift. Diese Verbindung geht auf das Jahr 1669 zurück, als in Limburg eine tödliche Epidemie ausbrach. Aus Angst vor einer Ausbreitung in Sittard wandten sich die Einwohner auf Anraten der Dominikaner an Rosa von Lima. Der Stadtrat versprach, sie zur Schutzpatronin zu ernennen, eine Kapelle zu errichten und jährlich eine Wallfahrt abzuhalten, sollte die Stadt von der Epidemie verschont bleiben.
Beim niederländischen Erstligisten Fortuna Sittard ist die christliche Symbolik sogar Teil eines eigens gestalteten Trikots. Das burgunderrote Design des neuen Trikots ist eine Hommage an die Heilige Rosa von Lima.
Celta Vigo
Beim spanischen Klub Celta Vigo muss man das christliche Symbol nicht lange suchen: Das Vereinswappen wird von einem großen roten Kreuz geprägt. Dabei handelt es sich um die Cruz de Santiago, das Jakobskreuz. Es ist eng mit dem Apostel Jakobus und dem berühmten Wallfahrtsort Santiago de Compostela verbunden. Das ist geografisch kein Zufall. Vigo liegt in Galicien, jener Region, in der sich auch Santiago de Compostela befindet – dem wohl bedeutendsten Ziel vieler Pilger.
Sporting Braga
Noch eindeutiger wird es in Portugal. Das Wappen von Sporting Clube de Braga zeigt nicht lediglich ein stilisiertes Kreuz. In seinem Zentrum befindet sich eine Darstellung der Jungfrau Maria mit dem Jesuskind. Das Motiv stammt aus dem Wappen der Stadt Braga und verweist auf deren ausgeprägte katholische Tradition. Braga ist eine der ältesten und historisch bedeutendsten Städte Portugals. Die Stadt wird auch das "Rom Portugals" genannt und gilt wegen ihrer vielen Kirchen und als Sitz des Erzbischofs seit Jahrhunderten als das religiöse Zentrum des Landes.
CR Vasco da Gama
Eines der markantesten Beispiele außerhalb Europas findet sich in Brasilien. Im Wappen des Traditionsklubs CR Vasco da Gama fährt ein Schiff über das Meer. Auf seinem Segel prangt ein großes rotes Kreuz. Das Motiv verweist auf das Kreuz des portugiesischen Christusordens. Dieser geistliche Ritterorden entstand im 14. Jahrhundert als Nachfolger des Templerordens in Portugal und spielte später eine bedeutende Rolle in der portugiesischen Seefahrt. Der Zusammenhang mit dem Vereinsnamen ist offensichtlich: Der Klub ist nach dem portugiesischen Seefahrer Vasco da Gama benannt, der eines der Mitglieder des Christusritterordens war. Damit verbindet das Wappen nicht nur Fußball, sondern auch portugiesische Seefahrtsgeschichte mit christlicher Symbolik.