Bezug zum Grundgesetz

Bischof Oster: Abkehr von biblischem Menschenbild gefährdet Demokratie

Bischof Stefan Oster bei einem Pressegespräch
Bild: KNA/Julia Steinbrecht

Der Passauer Bischof sieht in der fortschreitenden Entfernung der deutschen Gesellschaft vom biblischen Menschenbild eine Gefahr für die Demokratie. Andere Vorstellungen vom Menschen tendierten "beinahe automatisch dazu, dass das Auseinander und Gegeneinander der verschiedensten Interessen zunimmt", sagte Stefan Oster am Samstag bei der Feier des katholischen Festes Mariä Himmelfahrt in Altötting. Zugleich nehme damit der Ruf "nach der einfachen und schnellen Lösung durch eine starke Autorität an der Spitze" zu.

Der Bischof sagte, die Väter und Mütter des Grundgesetzes hätten bei der Festschreibung der Unantastbarkeit der Menschenwürde im Wesentlichen das biblische Bild vom Menschen im Kopf gehabt. Die meisten hätten damals wohl nicht im Entferntesten daran gedacht, dass Abtreibung einmal als ein Menschenrecht in die Diskussion gebracht werden würde. Oder dass das Bundesverfassungsgericht einmal ermöglichen würde, aus der Beihilfe zum Suizid ein Geschäftsmodell zu machen.

Wie fundamental sich die Gesellschaft verändert habe, werde auch beim Christopher-Street-Day deutlich, wo Lebensweisen, sexuelle Präferenzen und angeeignete Identitäten zur Schau gestellt würden, mit denen sich gläubige Christen schwer täten, so der Bischof. Zugleich betonte er, dass "ausnahmslos alle Menschen, die da teilnehmen, geliebte Kinder Gottes mit unverlierbarer Würde sind". Dies gelte es zu achten, ohne dass man gutheißen müsse, "was dort gezeigt oder vertreten wird". (KNA)