Ein Priester des US-Erzbistums San Antonio ist wegen Schismas aus den Klerikerstand entlassen worden und exkommuniziert. In einem auf Freitag datierten Schreiben teilte Erzbischof Gustavo Garcia-Siller mit, dass ein Tribunal beim Dikasterium für Glaubenslehre den nunmehr Ex-Geistlichen wegen dessen Weigerung, sich dem Papst zu unterwerfen, für schuldig befunden habe. Demnach habe dieser unter anderem Papst Franziskus und Papst Leo XIV. öffentlich als "Usurpatoren", also unrechtmäßige Päpste, bezeichnet.
Bei dem Exkommunizierten handelt es sich um John Mary Foster, der als Leiter eines von ihm gegründeten Apostolats fungiert, das sich "Mission of Divine Mercy" nennt. Dieses sorgte in den vergangenen Jahren mit angeblich von Gott und der heiligen Maria erhaltenen Botschaften für Aufsehen. 2024 hatte Garcia-Siller die Gruppierung aufgerufen, die vermeintlichen Botschaften nicht ohne Prüfung zu veröffentlichen, da diese viele "skandalöse Behauptungen und falsche Lehren" enthielten. Da sie sich weigerte, entzog ihr der Erzbischof die Anerkennung und schränkte Fosters Befugnisse im priesterlichen Dienst ein. Die Gemeinschaft veröffentlichte allerdings weiter Botschaften. Darin hieß es unter anderem, Papst Leo XIV. sei kein wahrer Papst.
Garcia-Siller zeichnete in dem nun veröffentlichten Schreiben das Verfahren gegen Foster nach. So habe das Glaubensdikasterium das Urteil bereits am 20. Aprill ausgesprochen. Es handelt sich um eine Exkommunikation "latae sententiae"; es wurde also festgestellt, dass der Betroffene sie sich mit der Tat automatisch zugezogen hat. Foster verzichtete laut dem Erzbischof auf Rechtsmittel.
Keine Teilnahme an liturgischen Feiern
"Obwohl ihm unzählige Gelegenheiten geboten wurden, Buße zu tun und seine schismatischen Handlungen und Lehren einzustellen, hat Herr Foster den Weg des Ungehorsams gewählt. Ich habe ihm verboten, öffentlich die Messe zu feiern, doch er tut dies weiterhin", so Garcia-Siller. Bei der Feier der Messe "lässt er absichtlich den Namen von Papst Leo XIV. – wie zuvor auch den von Papst Franziskus – aus dem Eucharistischen Hochgebet weg. Damit bekundet er öffentlich seine Trennung von der Kirche und dem Nachfolger des heiligen Petrus."
Der Erzbischof von San Antonio betonte, dass Katholiken sich von liturgischen Veranstaltungen Fosters oder seiner Gruppierung fernhalten sollen. Eine Teilnahme sei "ein formeller Akt des Ungehorsams". Zudem forderte er die Gläubigen nachdrücklich auf, weder Foster noch die "Mission of Divine Mercy" finanziell zu unterstützen. Gleichzeitig bat er sie, gemeinsam mit ihm für Foster zu beten, "damit er Buße tut, die Versöhnung mit der römisch-katholischen Kirche sucht und wieder die Sakramente der Kirche empfangen kann".
Die Exkommunikation ist eine Beugestrafe, also eine Strafe, die auf die Besserung des Täters hingeordnet ist. Ihre Aufhebung ist im Fall eines Schismas bei einer Verhaltensänderung des Täters nur durch den Papst möglich. Eine Tatstrafe tritt bereits mit Begehung der Tat automatisch ein, ihre volle Wirkung erlangt sie aber erst durch eine formale Feststellung durch einen Strafprozess oder ein Strafdekret. Das Schisma gehört zu den schweren Verstößen gegen den Glauben, für die das Glaubensdikasterium als Gerichtsbehörde zuständig ist. (mal)