Geistliche der schismatischen Piusbrüderschaft dürfen künftig keine Messen mehr im französischen Wallfahrtsort Lourdes feiern, Sakramente spenden oder öffentliche Gebete abhalten. Der Bischof von Tarbes und Lourdes, Jean-Marc Micas, begründet das in einem auf den 13. August datierten Schreiben mit den unerlaubten Bischofsweihen der Piusbruderschaft und der damit verbundenen Exkommunikation. Er könne die Messen, Sakramentenspendungen und öffentlichen Gebete daher nicht mehr gestatten. "Die Genehmigung dazu, die der FSSPX bisher erteilt worden war, wird daher widerrufen."
"Ich bin mir des Schmerzes und vielleicht auch des Unverständnisses, das diese Entscheidung hervorrufen wird, sehr wohl bewusst", betont Micas. Seine Entscheidung vertraue er der Barmherzigkeit Gottes an. "Unser Schmerz ist groß angesichts der Zerrissenheit des Gewandes Christi, die unsere Spaltungen verursacht." Dadurch werde das evangelische Zeugnis der Kirche behindert.
Jeder könne privat in Grotte beten
Die Regelungen haben damit auch Auswirkungen auf die große Internationale Wallfahrt nach Lourdes, die die Piusbruderschaft jedes Jahr am Christkönigsfest veranstaltet. Micas betont aber, dass auch Mitglieder der Piusbruderschaft den Wallfahrtsort betreten könnten. "Selbstverständlich steht es jedem frei, der dies wünscht, sich zur Grotte oder zu allen Orten des Heiligtums zu begeben, um dort privat zu beten."
Bei seiner Frankreichreise im September wird auch Papst Leo XIV. Lourdes besuchen. Am 27. September wird er dort unter anderem mit den Bischöfen der Französischen Bischofskonferenz zusammentreffen, eine Sonntagsmesse und abends eine traditionelle Lichterprozession mit Rosenkranzgebet im Heiligtum feiern. (cbr)