Monarch habe auch Herzen der Katholiken berührt

Bischof von Oslo: Norwegen trauert um "Volkskönig" Harald

Ein schwarz-weiß Foto des kürzlich verstorbenen norwegischen Königs Harald V.
Bild: IMAGO / Gonzales Photo | Montage:katholisch.de

Norwegen hat den Tod von König Harald V. nach den Worten des katholischen Bischofs von Oslo, Fredrik Hansen, mit tiefer Trauer aufgenommen. Der Monarch, der am Freitagmorgen im Alter von 89 Jahren verstorben war, habe sein Leben "wahrhaftig unserem Land und unserem Volk gewidmet", schrieb Hansen auf der Homepage der katholischen Kirche von Norwegen.

In Erinnerung behalten werde man Haralds besonnene Führung als Staatsoberhaupt sowie seine menschliche und volksnahe Herzlichkeit, hieß es weiter. Das hätte auch sein Wahlspruch "Alles für Norwegen" gezeigt, den bereits sein Vater und Großvater gewählt hatten.

Treffend sei zudem die Bezeichnung "König des Volkes". "König Harald stand stets an der Seite seines Volkes. Unser Schmerz war auch sein Schmerz." Hansen erinnerte an den Terroranschlag im Jahr 2011, als der Rechtsextremist Anders Behring Breivik 77 Menschen auf der Insel Utoya tötete. Damals habe der König wie ein Fels in der Brandung gestanden und gemeinsam mit allen geweint. Mit dem Land gefreut habe er sich hingegen bei Sportereignissen wie Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften.

"Herzen der Katholiken berührt"

Hansen betonte, König Harald V. habe immer wieder auch die Herzen der Katholiken berührt. Er habe Anteil genommen, als Papst Johannes Paul II., Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus verstarben. "Nach den Anschlägen in Sri Lanka am Ostersonntag 2019 nahm König Harald auch an der für die Opfer gefeierten Totenmesse in der Sankt-Johannes-Kirche teil", so Hansen. Damals waren bei Terroranschlägen unter anderem auf zwei katholische Kirchen mindestens 250 Menschen ums Leben gekommen.

Die lutherische Norwegische Kirche hatte am Morgen bekannt gegeben, dass am Freitagmittag zwischen 12 und 13 Uhr landesweit Kirchenglocken läuten in Erinnerung an König Harald V. In zahlreichen Kirchen liegen Kondolenzbücher aus.

König von Norwegen wird nun Sohn Haakon, künftig Haakon VIII.; Königin seine Frau Mette-Marit, die in den vergangenen Monaten stark in die Kritik geraten war. Unter anderem stand sie jahrelang mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in Kontakt. Ihr ältester Sohn Marius aus einer früheren Beziehung wurde im Juni unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen zu vier Jahren Haft verurteilt. Fast zeitgleich erhielt sie eine Spenderlunge.

Am Freitag wandte sich auch Papst Leo XIV. mit einem Kondolenz-Telegramm an den neuen norwegischen König. "Ich habe mit großer Betroffenheit vom Tod Ihres Vaters, König Harald V., erfahren und und spreche Ihrer Majestät, den Mitgliedern der königlichen Familie und dem gesamten Volk mein aufrichtiges Beilied aus", heißt es in dem vom Vatikan verbreiteten Text. Der Papst sicherte darin seine Gebete zu. "Dem norwegischen Volk und allen, die um ihn trauern, erbitte ich von ganzem Herzen den Segen des allmächtigen Gottes, der Trost und Frieden schenkt." (cbr/KNA)

28.08.2026,14.40 Uhr: Ergänzt um Kondolenz-Telegramm des Papstes.

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