Geistlicher wies Vorwürfe zurück

14 Jahre Haft für Priester in Polen wegen sexuellem Missbrauch

Ein Band in den polnischen Nationalfarben weiß und rot hängt über einem großen Steinkreuz
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Wegen sexuellen Missbrauchs von sieben Minderjährigen und Besitzes von Kinderpornografie ist ein Priester in Polen zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Die am Mittwoch vom Bezirksgericht im südpolnischen Sosnowiec verhängte Strafe ist nach Angaben der örtlichen Staatsanwaltschaft eine der härtesten, die in dem Land je in Sexualstrafverfahren gegen einen Geistlichen erging. Das Gericht sah insgesamt neun Übergriffe zwischen 2008 und 2024 als erwiesen an.

Der Richter untersagte dem Priester zudem lebenslang jede berufliche oder sonstige Tätigkeit, bei der er mit Kindern zu tun hätte. Der 64-jährige Verurteilte muss den Opfern laut dem noch nicht rechtskräftigen Urteil insgesamt rund 90.000 Euro Entschädigung zahlen. Er hatte als Gemeindepfarrer gearbeitet und an Schulen Religion unterrichtet.

Priester wies Vorwürfe zurück

Im Ermittlungsverfahren hatte der Geistliche die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Er wurde im Oktober 2024 festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Der Prozess fand zum Schutz der minderjährigen Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Das Bistum Sosnowiec bat die Opfer und ihre Angehörigen am Mittwoch um Verzeihung für das Leid, das ihnen der Priester der Diözese zugefügt hatte. "Wir möchten unmissverständlich erklären, dass wir an der Seite der Geschädigten und der Wahrheit stehen – indem wir das geschehene Unrecht so anerkennen, wie es stattgefunden hat, ohne es zu relativieren", schrieb das Bistum in einer Mitteilung. "Wir sind uns bewusst, dass eine Entschuldigung weder eine gerechte Aufarbeitung noch eine Wiedergutmachung ersetzen kann; diese bleiben unsere Pflicht gegenüber den Opfern."

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess nach eigenen Angaben eine noch härtere Strafe gefordert. Einzelheiten nannte sie aber nicht, weil das Gericht die Öffentlichkeit vom gesamten Verfahren ausschloss. (KNA)