Er fordert Bilder schwarzer Heiliger in jeder Pfarrei

Weihbischof: Wegen Rassismus wenig schwarze Bischöfe in USA

Robert Boxie III. ist Weihbischof im Erzbistum Washington in den USA
Bild: Erzbistum Washington

Der Washingtoner Weihbischof Robert Boxie sieht Rassismus als den Grund für die geringe Zahl an afro-amerikanischen Bischöfen in den USA. "Warum es so wenig gibt? Die kurze Antwort ist: Rassismus", sagt Boxie im Podcast "Vatican Access" des US-amerikanischen Portals "Catholic News Service" (Donnerstag). Eine lange Zeit seien afro-amerikanische Männer nicht in Priesterseminare aufgenommen worden. Auch nachdem sie schließlich aufgenommen wurden, erlebten sie laut Boxie Diskriminierung, Rassismus und Ungerechtigkeiten.

Boxie erzähle von seinen eigenen Erfahrungen mit Rassismus. So habe er im Priesterseminar neben einem Kandidaten gewohnt, der eine Flagge der Konföderierten Staaten von Amerika an der Wand gehabt habe. Diese Staaten kämpften im amerikanischen Bürgerkrieg für die Beibehaltung der Sklaverei. Die Flagge wird heute als Symbol von Rechtsextremen und "white supremacists" verwendet, die von einer Vorherrschaft der weißen Rasse ausgehen. Boxie erklärte, der Priesterkandidat habe das Seminar schließlich verlassen und habe sich später bei ihm entschuldigt.

"Wir brauchen die Stimme afroamerikanischer Bischöfe"

"Manche Menschen glauben vielleicht, ich sei ausgewählt worden, weil ich schwarz bin", sagte Boxie. "Ich habe darüber nachgedacht, ich habe darüber reflektiert und wissen Sie was: Ich habe eigentlich kein Problem damit." Seine Ausbildung, seine Prägung und sein Dienst sollten für sich selbst sprechen. Obwohl es in den USA viele gute Bischöfe gebe, glaube er nicht, dass die Kirchenführer den Anliegen der schwarzen Katholiken ausreichend Beachtung geschenkt hätten. "Wir brauchen die Stimme afroamerikanischer Bischöfe, von Männern in der Hierarchie, in der kirchlichen Struktur, damit sie sich stärker für die schwarze katholische Gemeinschaft einsetzen", erklärte der 45-Jährige.

Er selbst wisse nicht, warum einige rassistische Spannungen innerhalb der Kirche so lange unausgesprochen geblieben seien, so Boxie. Er vertraue auf den Heiligen Geist und sei Papst Leo XIV. für seine Enzyklika "Magnifica humanitas" dankbar. Darin hatte das Kirchenoberhaupt um Entschuldigung gebeten für die Verstrickungen der Kirche in die Sklaverei."Das war wirklich bahnbrechend", sagte Boxie. "Es ist das erste Mal seit – wie lange? – 18 Jahrhunderten, 19 Jahrhunderten, dass dieses Eingeständnis gemacht wurde." Boxie sprach sich zudem dafür aus, dass jede US-amerikanische Pfarrei Bilder von schwarzen Heiligen zeigen sollte. "In unseren Kirchen sehen wir oft nur weiße Heilige, und damit habe ich kein Problem", sagte er. "Aber das ist nicht die einzige Sichtweise oder das einzige Bild bzw. die einzige Ikone der Heiligkeit, nach der wir streben können." (cbr)

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