Der bisherige Heiligenkreuzer Abt Maximilian Heim ist am Montag wie angekündigt von seinem Amt zurückgetreten. Bis zur Wahl seines Nachfolgers leitet nun sein Stellvertreter, Prior Johannes Paul Chavanne, die Mönchsgemeinschaft. In einem mehrtägigen Kapitel wird voraussichtlich im Laufe dieser Woche ein neuer Administrator gewählt.
In der Festmesse am Kreuzerhöhungssonntag würdigte der Abtpräses der Zisterzienser in Österreich, Pius Maurer, das Wirken Heims. Maurer wird der Wahl des neuen Administrators vorsitzen. Er hatte erklärt, nach Rücksprache mit dem Ordensdikasterium im Vatikan werde im September "kein Abt, sondern ein Administrator für drei Jahre gewählt, da mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten noch nie an einer Abtwahl teilgenommen hat".
Amt in jüngere Hände legen
Heim (65) stand seit 2011 an der Spitze von Stift Heiligenkreuz. Von 2016 bis 2025 war er zudem Abtpräses der Österreichischen Zisterzienserkongregation. Im August hatte der in Deutschland geborene Ordensmann angekündigt, sein Amt am 14. September "in jüngere Hände legen" zu wollen – ein knappes halbes Jahr vor dem Ende seiner zweiten Amtsperiode.
Zuvor war eine Visitation in der Abtei abgeschlossen worden. In den vergangenen Monaten hatten vom Vatikan beauftragte Visitatoren Gespräche mit Mönchen und zahlreichen Personen über die Situation im Kloster geführt. Bereits nach Bekanntwerden der Visitation war Heim 2025 aus gesundheitlichen Gründen von seinem weiteren Amt als Abtpräses des Ordens für ganz Österreich zurückgetreten.
Reformbedarf im Stift Heiligenkreuz
Im Anschluss an die Untersuchung hatte der Vatikan laut früheren Angaben des Stifts konkrete Vorgaben formuliert: So sollen unter anderem die interne und externe Kommunikation verbessert sowie klare strategische Prioritäten für die Gemeinschaft entwickelt werden. Auch die theologische und spirituelle Ausrichtung des Klosters stehe auf dem Prüfstand, hieß es. Weitere Schwerpunkte sollten den Angaben zufolge die sinnvolle Heranführung junger Menschen an das Ordensleben sowie die Schärfung von Identität und Selbstbild des Stifts sein.
Die vatikanischen Untersuchungen wurden mit Hinweisen auf Probleme in Leitung und Verwaltung der Abtei begründet. Zugleich waren anonyme Schreiben mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs und der Verletzung des Beichtgeheimnisses bekannt geworden. Parallel zum Vatikan ermittelte die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt zur Identität des Verfassers. (KNA)