Mehr Dialog nötig

US-Bischof: Nicht mit Bischof übereinzustimmen ist "völlig in Ordnung"

Daniel E. Flores, Bischof von Brownsville (Texas)
Bild: KNA/Lola Gomez/CNS photo

Katholiken verbringen viel Zeit damit zu entscheiden, welcher Bischof auf der richtigen Seite steht und welcher nicht: Dieser Ansicht ist der Vizepräsident der US-amerikanischen Bischofskonferenz, Daniel Flores. Es sei "völlig in Ordnung", mit einem Bischof in bestimmten Angelegenheiten nicht übereinzustimmen, antwortete der texanische Bischof in einem Interview mit dem "National Catholic Reporter" am Mittwoch auf die Frage, ob die öffentliche Unterstützung von Bischof Robert Barron für die Trump-Regierung die Dialogfähigkeit beeinträchtige.

Wenn es um die bevorstehenden Zwischenwahlen in den USA gehe, habe die Kirche laut Flores mehrere Wahlzyklen erlebt, in denen die Debatte nicht "unbedingt konstruktiv" gewesen sei. "Unser Dialog hat im Laufe der Zeit an Kraft verloren." Deshalb müsse der erste Grundsatz der Synodalität befolgt werden: dem anderen zuzuhören. Wörtlich sagte Flores: "Man muss nicht mit jedem Wort einverstanden sein, aber man muss sich ernsthaft bemühen, zuzuhören, zu verstehen, was gesagt wird und woher es kommt, und sich auf die Person und nicht nur auf die Idee einlassen." Für ihn sei das der Unterschied zwischen Ideologie und dem, was er den "katholischen Realismus" nenne.

Reflektierte Gespräche

Unterdessen wünsche sich der texanische Bischof, dass Papst Leo XIV. bei einem Besuch in den Vereinigten Staaten alle Amerikaner – ob Katholiken oder Nicht-Katholiken – dazu ermutige, sich die Zeit zu nehmen, geordnet und reflektiert an schwierigen Gesprächen teilzunehmen, damit "wir als Land und in den lokalen Gemeinschaften tatsächlich zu einem Konsens darüber gelangen können, was der beste Weg nach vorn zum Wohle aller ist".

In den USA finden am 3. November die Zwischenwahlen statt. Bei den sogenannten Midterms werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie rund ein Drittel der Sitze im Senat neu vergeben. Die Wahlen gelten auch als wichtiger Stimmungstest für die Politik von US-Präsident Donald Trump. (mtr)