Pater Simeon Wester leitet Zisterzienserabtei

Stift Heiligenkreuz wählt Deutschen als neuen Oberen

Simeon Wester ist neuer Ordensoberer im Stift Heiligenkreuz.
Bild: Stift Heiligenkreuz

Das Stift Heiligenkreuz hat einen neuen Oberen: Das Wahlkapitel hat Pater Simeon Karl Wester zum Administrator des österreichischen Klosters gewählt, teilte der Orden am Donnerstag mit. Wester leitet die Abtei für drei Jahre übergangsweise, bis ein neuer Abt in Nachfolge von Maximilian Heim gewählt wird, der im September zurückgetreten ist. "In Demut übernehme ich meine neue Aufgabe und danke meinen Mitbrüdern für das Vertrauen. Als gelernter Kirchenmusiker weiß ich, dass die Stärke eines Orchesters im guten Miteinander liegt", sagte der Mönch laut der Mitteilung des Stifts. Bisher war Wester Prior von Neuzelle in Brandenburg.

Der Rücktritt Heims wurde mit gesundheitlichen Gründen erläutert und erfolgte nach einer Visitation des Stifts, die im April beendet wurde. Das Ordensdikasterium hatte festgelegt, dass die Gemeinschaft zunächst keinen neuen Abt, sondern für drei Jahre einen Administrator wählt, da mehr als ein Drittel der 84 wahlberechtigten Mönche noch nie an einer Abtswahl teilgenommen habe. Heim stand seit 2011 an der Spitze der Abtei.

Die Wahl wurde durch den Zisterzienser-Abtpräses Pius Maurer geleitet. Wester übernehme eine lebendige, junge Gemeinschaft, die über die Grenzen Niederösterreichs hinauswirke. In der Wahl eines Administrators statt eines Abts sieht er eine Chance: "Der neue Administrator hat die Chance, sich auf die Festigung der rasch gewachsenen Gemeinschaft und auf bloß drei Jahre zu konzentrieren. Der Gemeinschaft wurde das Recht geschenkt, dann nach drei Jahren wieder neu zu wählen."

Kirchenmusiker und Gründungsprior von Neuzelle

Der neue Administrator Wester wurde 1965 in Unkel am Rhein geboren und studierte zunächst Chorleitung, Gesangspädagogik und Kirchenmusik. Nach einer langjährigen Tätigkeit als Kirchenmusiker trat er 2001 in das Stift Heiligenkreuz ein, wo er 2005 seine feierliche Profess ablegte. 2008 wurde er zum Priester geweiht. Im Kloster war er Kantor und Organist. Außerdem lehrte er an der ordenseigenen Hochschule Kirchenmusik und Gregorianik. Er zeichnete musikalisch verantwortlich für das Hit-Album "Chant – Music for Paradise", mit dem die Mönche von Heiligenkreuz weltweit bekannt wurden. In der Verwaltung der Abtei wirkte er als Subprior, Novizenmeister und Prior. 2018 baute er als Gründungsprior das Zisterzienserpriorat Neuzelle auf.

2025 ordnete das Ordensdikasterium eine Apostolische Visitation von Stift Heiligenkreuz an, die 2026 abgeschlossen wurde. Die Ergebnisse sind im Detail nicht bekannt. Dem Orden wurde von Rom eine Reflexion der theologischen und spirituellen Ausrichtung aufgegeben. "Der Abtei sind durch ihr rasches Wachstum große innere strukturelle Herausforderungen entstanden, bei denen der Heilige Stuhl die Abtei Heiligenkreuz durch seine Anweisungen unterstützen will", hieß es in der Mitteilung des Stifts zum Ende der Visitation. Abt Heim trat wenige Wochen nach der Ankündigung der Visitation als Abtpräses der österreichischen Zisterzienserkongregation zurück. Dafür wurden gesundheitliche Gründe geltend gemacht sowie eine notwendige stärkere Fokussierung auf die Situation im Kloster. Zuvor war bekannt geworden, dass sich Heim wegen Herzproblemen in medizinische Behandlung begeben musste.

Das fast 900 Jahre alte Stift Heiligenkreuz ist das zweitälteste noch bestehende Zisterzienserkloster. Es wurde 1133 südwestlich von Wien gegründet. In Deutschland hat Heiligenkreuz zwei Priorate. Vor der Gründung von Neuzelle waren die Mönche schon seit 1988 in Bochum-Stiepel vertreten. (fxn)