Synodaler Ansatz werde der Kirche helfen

Kardinal: Viele Geistliche meinen, den Gläubigen fehlt es an Reife

Ein Kardinalsbirett liegt im Schatten auf einer Kirchenbank
Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire

Der ivorische Kardinal Ignace Bessi Dogbo sieht bei Geistlichen eine Tendenz, den Gläubigen die nötige Reife für eine volle Teilhabe am kirchlichen Leben abzusprechen. Stattdessen ist der Kardinal der Ansicht, dass der synodale Einsatz dabei helfen werde, die Gemeinschaft zwischen Laien, Ordensleuten und Geistlichen zu stärken. "Wir stellen heute sicher, dass die verschiedenen Gruppen der Kirche in allen diözesanen Strukturen vertreten sind. Angesichts des großen Talents in der Kirche gibt es keinen Grund, dieses nicht zu nutzen; und es gibt keinen Grund, warum ein Laie nicht das tun sollte, wozu er fähig ist", sagte Bessi Dogbo in einem Interview mit dem Portal "Zenit" am Mittwoch.

Seine oberste Priorität sei die volle Gemeinschaft mit der Weltkirche durch die Verwirklichung der Synodalität. "Deshalb habe ich mich bemüht, eine Vision für das Erzbistum Abidjan zu entwickeln: die Förderung einer synodalen 'Kirche-Familie Gottes', die finanziell unabhängig ist und allen dient", so Bessi Dogbo. Die Kirche solle dabei nicht nur eine Gemeinschaft unter Christen sein, sondern eine "Kirche, die das Vorbild sein will, das unsere Gesellschaft braucht".

Kardinal Ignace Bessi Dogbo wurde im Mai 2024 zum Erzbischof von Abidjan in der Elfenbeinküste ernannt. Zuvor war er Bischof von Katiola und Erzbischof von Korhogo im Norden des Landes. Sechs Jahre lang stand er zudem an der Spitze der Bischofskonferenz der Elfenbeinküste (CECCI). Nach seiner Teilnahme an den Bischofssynoden 2023 und 2024 wurde er im Dezember 2024 von Papst Franziskus zum Kardinal erhoben. Im Mai 2025 nahm er am Konklave teil. (mtr)