Die Brandenburger haben wieder deutlich mehr Vertrauen in die christlichen Kirchen. Das geht aus dem im Auftrag der Potsdamer Landesregierung erstellten Brandenburg-Monitor hervor, den die Ministerin und Chefin der Staatskanzlei, Kathrin Schneider (SPD), am Dienstag in Potsdam vorstellte. Demnach haben 28 Prozent der Brandenburger großes oder sehr großes Vertrauen in die Arbeit der Kirchen. Bei der letzten Auflage des Brandenburg-Monitors 2024 waren es lediglich 17 Prozent.
Wie der Meinungsforscher Peter Matuschek vom Umfrageinstitut Forsa sagte, hatte man in der Zeit des Missbrauchsskandals starke Vertrauensverluste in die Kirchen beobachtet. Sie hätten sich aber abgeschwächt. "Nach den Negativentwicklungen der letzten Jahre deutet sich hier eine leichte Erholung an." Am stärksten vertrauen die Brandenburger demnach Feuerwehr und Rettungsdiensten: Sie kamen auf einen Wert von 98 Prozent. Die Polizei erreichte 77 Prozent, die Gerichte 60 Prozent.
Schlechtes Zeugnis für Landesregierung
Der Arbeit der Landesregierung stellten die Brandenburger ein schlechtes Zeugnis aus. 51 Prozent der in der Zeit von Ende Juli bis Anfang August befragten 1.088 Menschen waren mit der Arbeit der Landesregierung "nicht zufrieden", nur 43 Prozent waren zufrieden. Und nur 20 Prozent der Befragten waren der Auffassung, dass der Staat seine Aufgaben erfüllt.
Als drängendste Probleme des Landes nannten 21 Prozent der Befragten den Rechtsruck und das Wachstum der AfD. Für 15 Prozent ist die Bildungspolitik eines der wichtigsten Probleme. Das Thema Zuwanderung, das 2024 noch von 24 Prozent der Befragten als wichtigstes Problem benannt wurde, ist dagegen nur noch für 13 Prozent der Befragten das zentrale Problem im Land. Mit ihrer persönlichen Lebenssituation waren dagegen 87 Prozent der Brandenburger zufrieden.
Schneider sieht indes ein Missverhältnis zwischen den Umfragewerten und den tatsächlichen Zahlen zur Entwicklung in Brandenburg. Das Land habe "eine niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Wirtschaftswachstum", sagte Schneider. "Die Leute sind aber offensichtlich der Meinung: Morgen weiß ich nicht mehr weiter. Und: Das glaube ich nicht, dass das so bleibt." Es werde über Bundespolitik geredet oder über Züge, die nicht pünktlich fahren. Die Sorgen der Menschen müsse man aber ernst nehmen. (KNA)