Zum dritten Jahrestag des Terrorüberfalls der Hamas auf Israel haben die katholischen Bischöfe in Deutschland Antisemitismus und Judenhass eine klare Absage erteilt. "Als Kirche stehen wir fest an der Seite unserer jüdischen Mitbürger. Antisemitismus und Judenhass, egal welcher Couleur, haben in unserer Gesellschaft keinen Platz", erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, am Mittwoch in Bonn.
"Mit Nachdruck setzen wir uns dafür ein, dass Juden, Christen und Muslime in unserem Land einander im Geist der Geschwisterlichkeit begegnen", fügte der Münsteraner Bischof hinzu. Statt einer Barbarei des Blutvergießens sei eine Kultur des Dialogs und der Versöhnung erforderlich.
Einschnitt für Israelis und Palästinenser
Wilmer betonte, der 7. Oktober 2023 sei ein gravierender Einschnitt sowohl für Israelis als auch für Palästinenser. Für die Opfer und Geiseln und ihre Angehörigen werde das Leben nie wieder so sein wie zuvor. Zugleich habe die militärische Reaktion Israels im Gazastreifen über 70.000 Menschen das Leben gekostet und zu einer humanitären Katastrophe geführt, die bis heute nicht überwunden sei.
Auch im Westjordanland habe sich die Gewalt extremistischer Siedler seither deutlich verschärft. "Angst vor neuen Angriffen und fehlende Perspektiven prägen den Alltag vieler Palästinenser. Vielerorts wurden Fakten geschaffen, die dem Ziel einer gerechten Friedensordnung im Heiligen Land – mit zwei souveränen Staaten, Israel und Palästina, sowie Sicherheitsgarantien für beide Völker – diametral entgegenstehen", erklärte der Münsteraner Bischof.
Terror führt in Abgrund
Der 7. Oktober zeige, dass Hass, Terror und Krieg niemals das Mittel der Wahl sein dürften, sondern geradewegs in den Abgrund führten, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz. "Denn Frieden entsteht nicht durch Vergeltung, sondern durch die Bereitschaft, den Anderen als Menschen mit derselben Würde anzuerkennen." (KNA)