Isidor von Sevilla

04.04

Mit seinem Tod endete die Epoche der westlichen Kirchenväter: Isidor von Sevilla (um 560-636), seines Zeichens Bischof, Universalgelehrter und Schriftsteller. Er entstammte einer in Spanien lebenden römischen Aristokratenfamilie und wuchs in einer Zeit des Umbruchs auf. Teile der Iberischen Halbinsel befanden sich unter Kontrolle des oströmischen Reichs, andere Regionen gehörten dem Westgotenreich an. Letzteres zeichnete sich durch eine Vermischung romanischer und germanischer Elemente aus. Neben zahlreichen weiteren Werken verfasste Isidor eine Enzyklopädie, in welcher er das um 600 noch vorhandene Wissen der Antike zusammenfasste. Deshalb wird er von einigen als Patron des Internets vorgeschlagen. Isidors Schriften überführten das Beste, aber auch das Schlechteste der spätrömischen Periode ins Mittelalter: In seinen Büchern fanden nicht nur antike Grammatik und Medizin, sondern auch Judenhass Platz. Knapp 1000 Jahre lang gehörte Isidor zu den meistgelesenen Autoren Europas. Er starb am 4. April 636 in seiner Bischofsstadt Sevilla und wurde 1598 heiliggesprochen.