Kanonistin wirbt für kirchliche Verwaltungsgerichte
Die Kirchenrechtlerin Sabine Demel hat sich für eine Verwaltungsgerichtsbarkeit auf der Ebene der katholischen Ortskirchen ausgesprochen. Die konkrete Umsetzung des kirchlichen Gesetzbuches werde oft dadurch erschwert, dass "der einzelne Gläubige zu wenig rechtliche Instrumente hat, um seine Vorstellungen auch geltend zu machen", sagte die Theologieprofessorin am Montag im Deutschlandfunk. "Wenn wir Verwaltungsgerichte hätten, dann könnte mehr Rechtsschutz in der Kirche gewährleistet werden."
Die Regensburger Kanonistin finde es unverständlich, wie Papst und Bischöfe "guten Gewissens diese Diskrepanz aushalten können, dass im kirchlichen Gesetzbuch einerseits steht, dass jeder Gläubige ein Recht auf Rechtsschutz hat und wir gleichzeitig nicht die adäquaten Mittel haben, um auch diesen Rechtsschutz einfordern zu können". Demels Buch "Das Recht fließe wie Wasser. Wie funktioniert und wem nützt Kirchenrecht?" ist zu Jahresbeginn erschienen. (rom/KNA)