Religiöse Praxis und psychisches Wohlergehen hängen zusammen

Studie: Kirchgänger sind im Alter weniger depressiv

Aktualisiert am 09.08.2019  –  Lesedauer: 
Eine ältere Frau sitzt alleine in der Kirchenbank
Bild: © KNA

Dublin ‐ Der Messbesuch schützt im Alter vor Depression: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aus Irland. Doch in bestimmten Fällen haben religiöse Menschen sogar ein größeres Risiko für Depressionen.

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Wer im Alter regelmäßig in die Kirche geht, wird seltener depressiv. Das ist das Ergebnis einer Studie der "Irish Longitidunal Study on Ageing" des Trinity College im irischen Dublin. Wem allerdings der Glaube wichtig ist und nicht in die Kirche geht, hat ein größeres Depressionsrisiko.

Für die Studie wurden zwischen 2010 und 2016 über 6.000 Menschen untersucht, die älter als 50 Jahre sind. "Die religiöse Praxis und das psychische Wohlergehen sind in sehr komplexer Weise miteinander verbunden", sagte die leitende Forscherin Joanna Orr. Die Ergebnisse seien vor allem vor dem Hintergrund wichtig, dass vielen Menschen Religion wichtig sei, deren Ausübung jedoch abnehme. "Es ist wichtig, dass religiöse Praxis möglich ist. Dadurch entstehen soziale Netzwerke und soziale Partizipation." Dies seien die Hauptgründe, weswegen Kirchgänger weniger häufig depressiv werden. Kirchorte gäben älteren Menschen die Möglichkeit, mit einem größeren Kreis von Menschen regelmäßig zu interagieren. In einer säkularer werdenden Gesellschaft sei es wichtig, solche Möglichkeiten weiterhin anzubieten. (cph)