Achtung: Aktuelle Entwicklungen beachten!
Der Artikel ist auf dem Stand von Ende Februar 2020. In der Zwischenzeit wurde alle öffentlichen Gottesdienste in Deutschland vorerst ausgesetzt. Jederzeit aktuelle Informationen zum Gesundheitsschutz in der Corona-Pandemie stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Verfügung.
Informationen zum neuartigen Coronavirus / COVID-19 auf infektionsschutz.deEin Bild ging in der Berichterstattung über das Coronavirus und seine Auswirkungen auf das kirchliche Leben um die Welt: Christen von den Philippinen halten sich in der Kirche beim Gebet an den Händen und tragen dabei Einweg-Atemschutzmasken. Leider zeigt dieses Bild genau das Gegenteil von dem, was Gesundheitsexperten von Einrichtungen wie dem Robert-Koch-Institut (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) empfehlen: Besser wäre keine Maske und kein Handkontakt.
Das neuartige Coronavirus wird Medizinern zufolge nämlich so übertragen wie andere Viren aus dieser Gruppe: "primär über Sekrete des Respirationstraktes" – also über den Speichel, Niesen und Husten. Atemschutzmasken sollten den Experten zufolge zum Schutz anderer nur Menschen tragen, die Infektionssymptome zeigen. Im Alltag befürchtet etwa die Weltgesundheitsorganisation, dass Gesichtsmasken ein Gefühl falscher Sicherheit vermitteln und so wirksame Methoden gar nicht erst ergriffen werden. Zudem sind Einmal-Masken nach kaum 20 Minuten von der Atemluft feucht und erst recht eine Ansteckungsgefahr.
Vorsicht bei Kommunion und Friedensgruß, Ikonen nur daheim küssen
Wirksam ist vor allem, Abstand zu halten: Weltweit und mittlerweile auch in Deutschland empfehlen Diözesen, in der Messe auf Händeschütteln beim Friedensgruß und Händehalten beim Beten zu verzichten. Die Übertragung von Körperflüssigkeiten soll möglichst vermieden werden. Deshalb sollte auf Kelchkommunion und Mundkommunion verzichtet werden. Das Bistum Rottenburg-Stuttgart erinnert zudem an die "Geistlichen Kommunion", bei der Gläubige, die nicht die Kommunion empfangen können oder wollen, sich während der Kommunionspendung "im Gebet in besonderer Weise mit Jesus Christus verbinden". Viele Kirchen entfernen auch das Weihwasser aus den Becken.
In Asien wurde außerdem empfohlen, im Beichtstuhl das Gitter zwischen Priester und Beichtendem abzudecken. Das rumänisch-orthodoxe Patriarchat weist zudem darauf hin, dass man davon absehen solle, Ikonen in den Kirchen zu küssen. Ikonen im eigenen Haushalt könnten aber weiterhin geküsst werden. Laien empfangen im byzantinischen Ritus die Kommunion in beiderlei Gestalt mit einem Löffel. Ausnahmsweise dürfen zum Infektionsschutz laut Patriarchat zur Zeit eigene Löffel mitgebracht werden.