Paderborner Regens wirbt um Respekt für angehende Priester
Der oberste Priesterausbilder im Erzbistum Paderborn, Michael Menke-Peitzmeyer, wirbt um Respekt für junge Männer, die sich für den Priesterberuf und damit für die Ehelosigkeit entscheiden. "Die Mehrheit der Gläubigen würde auf Nachfrage den Zölibat eher heute als morgen abschaffen", erklärte der Regens des Paderborner Priesterseminars am Donnerstag. Das sei für angehende Priester "schon eine massive Anfrage, wenn nicht gar eine Erschütterung". Zudem zeigten sich Verantwortliche in den verschiedenen Bistümern bei der Frage nach dem Zölibat hin- und hergerissen, was zu weiterer Verunsicherung führe.
Menke-Peitzmeyer wünschte sich, "dass unsere Priesteramtskandidaten von außen zumindest Respekt für ihre Lebenswahl signalisiert bekommen". Das müsse nicht euphorisch, aber doch mit einem Mindestmaß an Wohlwollen geschehen. Im Erzbistum Paderborn werden am 3. Oktober zwei Männer von Erzbischof Hans-Josef Becker zu Priestern geweiht; 2019 waren es drei. Die Priesterweihe, die in der Erzdiözese normalerweise am Samstag vor Pfingsten stattfindet, wurde wegen der Corona-Pandemie in den Herbst verschoben.
Die Zahl der Priesterweihen in Deutschland geht kontinuierlich seit Anfang der 1970er-Jahre zurück. 1962 waren es noch 557 junge Männer, die geweiht wurden (Höchstwert), 1975 nur noch 191. Nach einem zwischenzeitlichen Hoch Ende der 1980er-Jahre zählte die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) 2015 nur noch 58 Priesterweihen (Tiefstwert). In der jüngsten Statistik für 2018 waren es 60 Weihen. Zuletzt hatten die fünf (Erz-)Bistümer in Nordrhein-Westfalen bekanntgegeben, dass dort insgesamt zehn Männer zu Priestern geweiht werden. (tmg/KNA)