Wie geplant als Präsenztreffen mit Tausenden Teilnehmern

Katholikentag stellt Programm vor – Bundespräsident Steinmeier kommt

Aktualisiert am 07.03.2022  –  Lesedauer: 

Stuttgart ‐ Ende Mai findet nach vierjähriger Pause der nächste Katholikentag in Stuttgart statt. Nun wurde das Programm vorgestellt. Geplant ist das Christentreffen trotz der Pandemie in Präsenz. Auch verschiedene prominente Gäste sind schon bekannt.

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Der 102. Deutsche Katholikentag vom 25. bis 29. Mai in Stuttgart soll wie geplant als Präsenztreffen mit Tausenden Teilnehmern stattfinden. Die Veranstalter präsentierten am Montag das Programm mit rund 1.500 Veranstaltungen. Ausgelegt ist es auf etwa 30.000 Teilnehmende. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will auch kommen.

Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, sagte: "Wir brauchen den Austausch – auch über die Wunden." Stetter-Karp spielte damit sowohl auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine und die Corona-Pandemie als auch auf die "Abgründe und Aufbrüche" in ihrer Kirche an. Der Katholikentag solle Kraft geben, "Leben zu teilen", wie das Leitwort des Christentreffens heißt.

Für den Bischof der gastgebenden württembergischen Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, gilt es, im Mai "ein Fest zu feiern". Gerade jetzt brauche es den offenen Austausch und konstruktive Diskussionen über kirchliche und politische Themen. Der Katholikentag sei der Ort, an dem die Themen besprochen würden, die "den Menschen auf den Nägeln brennen". Das Bistum präsentiert sich unter anderem mit seinen rund 100 muttersprachlichen Gemeinden, zu denen auch eine ukrainisch-orthodoxe zählt.

"Motor der Veränderung"

ZdK-Generalsekretär Marc Frings sagte, Katholikentage seien seit 1848 immer "ein Motor der Veränderung, eine Plattform zur Gegenwartsbestimmung und ein Seismograf für den Blick in die Zukunft" gewesen. Die katholische Zivilgesellschaft agiere auch heute nicht in einer abgeschlossenen Blase. Es gehe um die Darstellung der eigenen Position und um den Austausch mit anderen.

Auch die Bundesministerinnen Bettina Stark-Watzinger (FDP) und Svenja Schulze (SPD) sowie ihr Kollege Hubertus Heil (SPD) und Ex-Bundesminister Thomas de Maiziere (CDU) haben ihre Teilnahme zugesagt. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas und ihre Stellvertreterinnen Katrin Göring-Eckhardt und Petra Pau wollen ebenso mitmachen wie die Länderchefs Winfried Kretschmann (Grüne) und Malu Dreyer (SPD). Angesichts der politischen Gesamtsituation ist aktuell die Teilnahme weiterer bekannter Persönlichkeiten geplant, aber noch nicht endgültig bestätigt.

Neu ist, dass das Programm nicht mehr als ein mehrere hundert Seiten umfassendes Heft erhältlich ist, sondern nur digital auf der Internetseite des Katholikentages sowie als App. Eine 80-seitige Broschüre soll ausführlich in die Online-Darstellung des Programms einführen. Der Katholikentag findet in der Regel alle zwei Jahre statt. Mit Blick auf den Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt wurde auf eine Ausrichtung 2020 verzichtet. Zuletzt war Münster 2018 Ort des Katholikentags mit dem Leitwort "Suche Frieden". Auch der übernächste Katholikentagsort steht schon fest: 2024 ist Erfurt Gastgeber für die Großveranstaltung. Katholikentage werden vom ZdK in Kooperation mit einer gastgebenden Diözese ausgerichtet. (tmg/KNA)