Rettungsschirm von der Bundesregierung gefordert

Akute Bedrängnis: Sorge um soziale Einrichtungen wegen Energiekosten

Aktualisiert am 24.09.2022  –  Lesedauer: 

Berlin ‐ "Die Versorgung mit sozialen Dienstleistungen ist gefährdet und mit ihr die Versorgung genau jener Menschen, die in dieser Krise auf diese Unterstützung besonders angewiesen sind", kritisieren die Wohlfahrtsverbände und fordern Unterstützung.

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Die hohen Energiekosten bringen soziale Einrichtungen in große finanzielle Schwierigkeiten. Laut Diakonie, Deutschem Roten Kreuz (DRK) und Caritas ist die Versorgung von Bedürftigen gefährdet. "Uns erreichen täglich Notsignale, dass unsere diakonischen Einrichtungen, wie Pflegeeinrichtungen und Kindergärten, aber auch Beratungsstellen und Betreuungsdienste, die explodierenden Betriebskosten nicht mehr bezahlen können und im schlimmsten Fall ihren Betrieb einstellen müssten", sagte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag). "Das müssen wir mit nachdrücklicher Unterstützung der Bundesregierung, aber auch der Länder und Kommunen, unbedingt verhindern", forderte er. "Die Versorgung mit sozialen Dienstleistungen ist gefährdet und mit ihr die Versorgung genau jener Menschen, die in dieser Krise auf diese Unterstützung besonders angewiesen sind."

Auch DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt sieht die Versorgungssicherheit in Gefahr. "Viele Sozial,- Pflege-, und Gesundheitseinrichtungen kommen aufgrund der derzeit immer weiter steigenden Energie- und Lebenshaltungskosten in akute Bedrängnis", sagte sie. "Das hat direkte Auswirkungen auf die Menschen, die in diesen und durch diese Einrichtungen versorgt und unterstützt werden - im schlimmsten Fall kann die Versorgung und Unterstützung nicht mehr adäquat sichergestellt werden", mahnte sie und drängte auf einen Rettungsschirm: "Die Einrichtungen und Dienste der Freien Wohlfahrtspflege sind systemrelevant, denn sie sind unverzichtbar für unsere Gesellschaft. Sie brauchen dringend einen Rettungsschirm in Form eines Sonderfonds."

Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa berichtete von sozialen Einrichtungen, die sich Gedanken über Notstromgeneratoren machten und darüber, was zu tun sei, wenn die Energieversorgung in einem Altenheim tatsächlich zwei Tage zusammenbreche. "Für die sozialen Einrichtungen und Dienste ist Versorgungssicherheit das oberste Ziel", sagte sie. Man dürfe die einzelne Einrichtung nicht isoliert betrachten. "Alle unsere Altenheime, Jugendhilfeeinrichtungen und Kliniken sind eng eingebunden in arbeitsteilige Versorgungsketten", erklärte sie. Lösungen müssten schnell gefunden werden, "weil schon das Liquiditätsproblem einen Träger in die Knie zwingen kann, da ja gemeinnützige Einrichtungen nur begrenzte Rücklagen haben können". (KNA)