Standpunkt

Echte christlich-konservative Klimapolitik jetzt!

Aktualisiert am 01.11.2022  –  Lesedauer: 

Bonn ‐ Die bisherigen Verhaltensmuster oder die Lebensbedingungen bewahren? Diese Entscheidung müssen konservative Parteien in der Klimakrise treffen, kommentiert Simon Linder – und blickt dabei besonders auf die Parteien, die ein "C" im Namen tragen.

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Kürzlich twitterte Friedrich Merz, dass die Klimaziele in Deutschland und Europa mit "Vermeidung und Verboten" nicht zu erreichen seien. Wir sollten uns, so der CDU-Vorsitzende, Technologien zuwenden, die CO2 wieder aus der Atmosphäre herausholen. Die CDU sei die Partei, die an "Motivation und Innovation" denke. Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf antwortete resigniert: "…oder die Partei, die an Märchen und Illusion denkt."

Die Klimakrise stellt die konservativen Parteien vor eine epochale Herausforderung. Sie müssen sich entscheiden, was sie bewahren wollen: die bisherigen Verhaltensmuster oder die momentanen Lebensbedingungen. Entscheiden sie sich für die Verhaltensmuster, wird sich das Leben vieler Menschen auch hierzulande dramatisch verändern. Wollen sie aber unsere Lebensbedingungen bewahren, braucht es eine radikale Veränderung im Handeln.

In der Politik in Deutschland ist das Konservative mit dem Christlichen verbunden. Zwar gibt es in vielen Parteien Interessensvereinigungen von Christ*innen, doch schon durch das "C" im Namen zeigen die Unionsparteien ihren Anspruch, christlich(e) Politik zu machen.

Wir Christ*innen haben in den gesellschaftlichen Herausforderungen der vergangenen Jahre bewiesen, dass wir uns schnell auf neue Gegebenheiten einstellen können: während der großen Fluchtbewegungen ab 2015, in der viele Kirchengemeinden und Verbände zupackend reagierten, genau wie nach Einbruch der Corona-Pandemie, als Nachbarschaftshilfen gegründet wurden und so in einer neuen Realität ein gutes Zusammenleben ermöglicht wurde.

Wenn sich die Realität dramatisch verändert, müssen wir unser Handeln radikal verändern, um das, was wir schätzen, bewahren zu können. In diesem Sinne ist christliche Klimapolitik im besten Sinne konservativ – weil sie die Grundlagen unseres Lebens erhält. Sollten die Unionsparteien zu diesem Verständnis zurückkehren, wird konservative Klimapolitik auch wieder eine christliche Politik sein.

Von Simon Linder

Der Autor

Simon Linder hat Katholische Theologie und Allgemeine Rhetorik studiert und arbeitet an einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt zum Thema "Streitkultur".

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der jeweiligen Autorin bzw. des Autors wider.