Simulation von menschlicher Intelligenz und Kommunikation kritisch überdenken

Bischöfe mahnen zu kritischem Umgang mit Künstlicher Intelligenz

Veröffentlicht am 07.09.2023 um 13:31 Uhr – Lesedauer: 

Bonn ‐ "Durch die faszinierenden Entwicklungen der KI erleben wir derzeit epochale Veränderungen auch in der medialen Kommunikation", sagt Medienbischof Marx – doch er betont auch die Grenzen der Künstlichen Intelligenz gegenüber menschlichem Denken.

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Die Bischöfe in Deutschland haben zum kritischen Umgang mit Künstlicher Intelligenz aufgerufen. "Durch die faszinierenden Entwicklungen der KI erleben wir derzeit epochale Veränderungen auch in der medialen Kommunikation", erklärte der Medienbischof der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, am Donnerstag in Bonn. Werkzeuge wie Chatbots und Übersetzungs-Tools könnten neue Wege des Verstehens und der Kommunikation eröffnen.

Aus Anlass des Welttags der sozialen Kommunikationsmittel am Sonntag betonte Marx zugleich die Grenzen der Künstlichen Intelligenz gegenüber menschlichem Denken: "Die Fähigkeit zur Reflexion, ethische Folgerungen ziehen zu können und darüber in Austausch zu treten, zu kommunizieren, unterscheidet uns wesentlich von Künstlicher Intelligenz."

Der Kardinal rief dazu auf, die Simulation von menschlicher Intelligenz und Kommunikation kritisch zu reflektieren. Ein wichtiges Kriterium sei, ob die KI menschliche Freiheit fördere und erhalte. Darüber hinaus müsse auch gefragt werden, welche Folgen der zunehmende Energiebedarf digitaler Kommunikation für den Klimaschutz habe und wie die Gesellschaft damit umgehe, dass durch KI bestimmte Arbeitsplätze und Berufsfelder verloren gingen.

Letztlich Schutz der Würde des Menschen

"Welche Gerechtigkeit erfahren zum Beispiel die Clickworker im Globalen Süden?", fragte der Erzbischof. "Wie schützen wir Daten und Rechte und letztlich die Würde des Menschen? Wie steht es um die Wahrheit inmitten neuer Manipulationsmöglichkeiten, Diskriminierungsgefahren und simuliert-menschlicher Kommunikation?"

Marx betonte, in der gegenwärtigen Gesellschaft trügen die Medien entscheidend zu einer gelingenden öffentlichen Kommunikation bei. Doch nur, wenn alle Beteiligten gleichberechtigt am Austausch von Argumenten teilhaben könnten, könne es eine Verständigung und Entscheidungsfindungen darüber geben, "wie wir miteinander leben wollen". Deshalb schätze die Kirche die Bedeutung von gutem, freiem und pluralem Journalismus. Für die Kirche sei es zudem ein wichtiges Anliegen, sich für Medienkompetenz und Medienbildung zu engagieren. (KNA)