Das Heizungsgesetz muss bleiben
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Kaum ein Gesetz ist so unbeliebt wie das novellierte Gebäudeenergiegesetz (GEG). Aber es ist richtig. Ich werbe hier nicht für eine Partei. Deswegen erscheint dieser Standpunkt erst nach der Wahl. Ich werbe für eine Maßnahme, welche die nächste Bundesregierung beibehalten sollte.
Beim Weltgebetstag der Frauen beteten wir dieses Jahr mit Frauen von den Cookinseln. Schon jetzt verändert der Klimawandel ihr Leben. Ich kann nicht mit ihnen zusammen die Schöpfung preisen und mich gleichzeitig an deren Zerstörung beteiligen. Das Heizen und Kühlen von Gebäuden verursacht fast ein Fünftel von Deutschlands CO2-Ausstoß. Insofern ergibt es Sinn, dort anzusetzen.
Eine der Tiefpunkte der Ampelregierung war für mich übrigens nicht das Heizungsgesetz. Schlimm war, wie unsere Regierung Aserbaidschans autokratischen Präsidenten Ilham Alijew hofierte, noch nachdem er Bergkarabach 2023 aushungern, erobern und die Bevölkerung vertreiben ließ. Eine jahrhundertealte christliche Kultur wurde innerhalb kürzester Zeit beseitigt. Unsere Bundesregierung reagierte kaum. Sie konnte es nicht, weil wir auf Aserbaidschans Erdöl und -gas angewiesen sind. Wir müssen davon weg.
Nicht zuletzt geht es um die christliche Tugend der Wahrheitsliebe. Die Aufregung um das Heizungsesetz wurde gezielt mit Hilfe von Halbwahrheiten und Lügen geschürt. Bereits die vorherige Bundesregierung hatte den Einbau von Öl- und Kohleheizungen ab 2026 verboten. Die CO2-Preise werden in den nächsten Jahren stark steigen und damit das fossile Heizen richtig verteuern. Beides ist den Wenigsten bewusst. Und noch weniger ist bekannt, dass eine Verlagsgruppe, deren Medien besonders scharf gegen den "Heizhammer" schossen, fast zur Hälfte der Beteiligungsgesellschaft KKR gehört. Diese investiert überwiegend in fossile Energien. Ein Gesetz, das deren Verbrauch reduziert, liegt logischerweise nicht in ihrem Interesse.
Als Christin muss ich hinter billige Stimmungsmache schauen. Ich bin mit den einfachen Christen dieser Welt solidarisch, nicht mit fossilen Energieunternehmen. Und ich muss Kriegstreibern Erdöl und -gas als Drohmittel aus der Hand nehmen. Solange es keine Alternative mit derselben Wirkung gibt, möchte ich daher, dass das Gebäudeenergiegesetz so bleibt.
Die Autorin
Dr. Juliane Eckstein ist Theologin und Alttestamentlerin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Hinweis
Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der jeweiligen Autorin bzw. des Autors wider.