Papst macht Weg für weitere Selig- und Heiligsprechungen frei
Papst Franziskus hat den Weg für weitere Selig- und Heiligsprechungen in der katholischen Kirche freigemacht. Wie der Vatikan am Montag mitteilte, genehmigte das weiterhin kranke Kirchenoberhaupt den Fortgang von insgesamt fünf Prozessen dieser Art.
Darunter ist auch der erste Selige von Papua-Neuguinea, Peter To Rot. Dessen Enkelkinder traf Franziskus bei seiner Ostasien-Reise im vergangenen September persönlich. In seiner Ansprache in Port Moresby betonte der Papst, dass das "leuchtende Zeugnis" von To Rot lehre, "uns großzügig in den Dienst der anderen zu stellen, um sicherzustellen, dass sich die Gesellschaft in Ehrlichkeit und Gerechtigkeit, in Harmonie und Solidarität entwickelt".
To Rot war ein sogenannter Katechist, unterrichtete Dorfkinder und Erwachsene im katholischen Glauben und besuchte Kranke. Als die Japaner 1942 in Papua-Neuguinea einfielen und viele Priester und Ordensleute verhafteten, übernahm der damals knapp 30-Jährige einen Teil ihrer Aufgaben: Trauungen, Taufen und Beerdigungen. Zudem predigte der Ehemann und Vater von drei Kindern gegen die von den Japanern vorangetriebene Wiedereinführung der Polygamie, verteidigte die katholische Lehre von der Ehe und feierte trotz Verbots heimlich Wortgottesdienste. Dann wurde er verhaftet und 1945 brutal hingerichtet. Ein weiterer Heiligsprechungskandidat ist Bischof Ignatius Maloyan, der im Zuge des Völkermords an den Armeniern durch die Türken im Jahr 1915 im südtürkischen Mardin ermordet wurde.
Aufregung um letzten Vorgang dieser Art
Der Papst muss bestimmte Schritte der oft Jahrzehnte dauernden Selig- und Heiligsprechungsprozesse genehmigen, ehe sie weitergehen können. Bevor diese Vorbilder des christlichen Glaubens mit der Selig- oder Heiligsprechung zur Verehrung durch die Gläubigen freigegeben werden, trifft sich der Papst mit seinen Kardinälen, die das alles ihrerseits genehmigen. Diese Zusammenkünfte heißen Konsistorien.
Zuletzt genehmigte der Papst während seines Klinik-Aufenthalts solche Schritte und sorgte mit der Einberufung eines Konsistoriums für Aufregung. Denn eine dieser regelmäßigen Versammlungen ging am 11. Februar 2013 in die Kirchengeschichte ein. Am Ende eines Heiligsprechungs-Konsistoriums überraschte der deutsche Papst Benedikt XVI. die anwesenden Kardinäle mit der Ankündigung seines Amtsverzichts. Mit diesem Fall im Hinterkopf und durch den mitunter lebensbedrohlichen Zustand des aktuellen Papstes löste die Entscheidung Besorgnis bei Mitarbeitern und Berichterstattern aus. Ein Termin für dieses Treffen mit den Kardinälen steht nicht fest. Franziskus soll sich bis Mitte Mai weiter schonen. Der Fall von To Rot und den weiteren Kandidaten soll bei diesem künftigen Konsistorium behandelt werden. (KNA)