Schaukasten der Gemeinde – diese Fehler unbedingt vermeiden!
Einen Schaukasten zu gestalten, scheint erstmal eine Menge Arbeit zu sein. Deshalb machen es sich viele im Alltagsstress des Gemeindelebens einfach, indem sie den aktuellen Pfarrbrief im Schaukasten aushängen. Doch die Zettelwand verunsichert und verwirrt besonders die Menschen am Schaukasten, die mit dem Pfarrbrief nicht vertraut sind.
Und gerade die sollen schließlich davon angesprochen werden! Hier haben Sie die Chance, Außenstehende zu erreichen, neue Leute. Und das will eine Kirchengemeinde normalerweise unbedingt. Für sie müssen in kurzer Zeit die wichtigsten Informationen möglichst leicht verständlich zu finden sein. Das gelingt schon mit wenigen Schritten.
Sichtbarkeit
Regelmäßige Termine müssen gut sichtbar sein. Die meisten Menschen suchen nach denselben dauerhaften Informationen: Wann ist Heilige Messe? Wann ist die Kirche geöffnet? Und wann ist das Pfarrbüro erreichbar?
Internetauftritt und Schaukasten können einander wundervoll ergänzen.
Digitale Angebote wie der Pfarrbrief und die Website der Pfarrgemeinde können über scanbare QR-Codes zugänglich gemacht werden. So können diese Informationen auch "mitgenommen" werden, da die Links auf dem Smartphone der Person geöffnet werden.
Persönlichkeit
Wer nicht besonders eng eingebunden ist in das Gemeindeleben, kennt vielleicht nur noch nicht viele konkrete Menschen vor Ort. Auch Zugezogene finden oft nur schwer Ansprechpartner in einer neuen Gemeinde. Diese Personen wissen nicht, an wen sie sich mit ihren Anliegen wenden können.
Grundlegend gilt hier: Menschen fühlen sich von Gesichtern angesprochen. Im Schaukasten sollte also Platz sein für die Gesichter der Menschen, die aktuell die Gemeinde vor Ort repräsentieren. Am besten wird direkt hier ergänzt, wo die Kontaktdaten dieser Personen zu finden sind, beispielsweise als Verweis auf die entsprechende Website.
Gastautor Dennis Nathem betont immer wieder: "Menschen mögen Menschen". Zeigen Sie Ihre Gemeinde!
Im Alltag des Gemeindelebens ist es schwierig, einen hochglanzpolierten Schaukasten zu pflegen. Oder doch nicht? Bis hierhin wird bereits ein Teil des Schaukastens von sich selten ändernden Informationen eingenommen. Für diese Aushänge kann bereits mit minimalem Aufwand ein ansprechendes Aussehen generiert werden.
Für die Erstellung der Aushänge reicht es, auf eine gut lesbare, einheitliche Schriftart, gute Druckqualität und ein simples, verständliches Design zu achten. Allzu farbenfrohe oder vermeintlich moderne Designexperimente wirken schnell altbacken und verringern im schlimmsten Fall die Übersichtlichkeit.
Bisweilen sollte überprüft werden, dass die Seiten nicht vergilben oder Spinnweben ansammeln. Aber ansonsten gelten sie, so lange sie korrekt sind. Alles im Schaukasten muss gepflegt, modern, gut lesbar und vor allem aktuell sein.
Touristen und Kirchenferne werden oft nicht viel mehr von Ihrer Gemeinde erleben als den Schaukasten. Soll der direkt abschrecken?
Im Zweifel gilt: weniger ist mehr! Dennoch gibt der Schaukasten natürlich im Idealfall auch Auskunft über aktuelle Ereignisse und Aktionen der Pfarrgemeinde. Nicht alle dieser Informationen, die zum Beispiel das Pfarrfest oder die aktuelle Fastenaktion bewerben, passen aber in den Schaukasten. Was rein darf, hängt besonders von einem Faktor ab:
Relevanz
Neben Touristen und Zugezogenen, die schnell die grundlegenden Informationen zur Hand haben wollen, wird der Schaukasten vor allem von einer Zielgruppe genutzt: den Menschen vor Ort. Wer ein Angebot am Schaukasten im Ort sucht, will auch über Aktionen vor Ort informiert werden.
Ein weiterer Aspekt für die Relevanz des Angebots sind die Gemeindeschwerpunkte. Viele Pfarrgemeinderäte setzen sich selbst thematische Schwerpunkte, wie zum Beispiel Umweltschutz, junge Familien, Musik, oder ähnliches, die als Orientierung dienen können.
Zeigen Sie, was Ihre Gemeinde besonders macht.
Die Person, die den Schaukasten pflegt, sollte am besten über zwei bis drei dieser Schwerpunkt-Themen informiert werden, die im Schaukasten repräsentiert werden sollen.
Das beschleunigt auch die Auswahl dessen, was im Schaukasten ausgehängt wird. Dabei gilt: Menschen mögen Ähnlichkeit. Wer Familien ansprechen will, sollte also Bilder von Familien zeigen – selbstverständlich nur mit deren Zustimmung.
Für die finale Gestaltung des Schaukastens gilt dann folgender Expertentipp: Menschen lesen von links nach rechts. Deshalb werden die aktuellsten Termine links angeordnet. Allgemeine Informationen können ganz rechts ihre dauerhafte Position finden. Der Schaukasten könnte dann zum Beispiel so aussehen:
Nicht vergessen: Weniger ist mehr!
Als Fremder zu Haus
Gehen Sie einmal als Fremder, als durchschnittliche Bewohnerin Ihres Ortes auf Ihre Kirche zu. Was denken Sie? Was erwarten Sie? Was sehen Sie? Wenn es Ihnen schwer fällt, nehmen Sie doch mal einen Gast mit zur Kirche. Fragen Sie sich gemeinsam: Gibt es etwas, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht? Etwas, das Sie als Tourist Ihren Freunden erzählen würden?
Versuchen Sie alles zu vergessen, was Sie über die Gemeinde wissen: Welche Information fehlt jetzt? Sucht man vielleicht vergeblich den Namen der Kirche? Oder die Konfession? Oder die banale Information, welcher Eingang geöffnet ist?
Sehr oft kommuniziert Kirche – egal ob im Schaukasten oder in digitalen Medien – für Insider. Es lohnt sich, daran ganz bewusst zu arbeiten.
