Umfassender Friedensaufruf des Papstes zu Jahresbeginn
Zu Beginn des neuen Jahres hat Papst Leo XIV. zu einer umfassenden Haltung der Friedfertigkeit aufgerufen. Bei einem Gottesdienst im Petersdom aus Anlass des katholischen Weltfriedenstages betonte er, dass die Welt nicht durch Waffen oder durch "das Verurteilen, Unterdrücken oder Eliminieren von Brüdern und Schwestern" gerettet werde. Sie werde vielmehr gerettet "durch das unermüdliche Bemühen, zu verstehen, zu vergeben, zu befreien und alle anzunehmen, ohne Berechnung und ohne Angst".
In seiner Predigt erinnerte der Papst an seine unlängst veröffentlichte Botschaft zum 1. Januar als Weltfriedenstag. Diese hatte er unter das Motto gestellt: "Der Friede sei mit euch allen: hin zu einem 'entwaffneten und entwaffnenden' Frieden". In dem Schreiben übte er scharfe Kritik an einer zunehmenden Militarisierung des Denkens, an steigenden Rüstungsausgaben und an einer religiösen Überhöhung des Krieges. Zugleich forderte er verstärkte Bemühungen um Frieden auf den Wegen der Diplomatie und der Verhandlung zwischen verfeindeten Staaten.
Weltfriedenstag seit 1968
Bereits Papst Paul VI. führte den Weltfriedenstag zu Neujahr 1968 ein, um angesichts des Wettrüstens zwischen Ost und West und zahlreicher Kriege den Frieden zu fördern. Seither veröffentlichen die Päpste stets eine besondere Botschaft zu diesem Tag. In der kirchlichen Liturgie wird der 1. Januar zudem als "Hochfest der Gottesmutter Maria" begangen.
An dem Neujahrsgottesdienst im voll besetzten Petersdom nahmen auch die am Vatikan akkreditierten Botschafter aus zahlreichen Ländern teil. Die Diplomaten hatten die in zehn Sprachen verbreitete Weltfriedensbotschaft des Papstes bereits Mitte Dezember erhalten. (KNA)
