Umstrittene Figur aus Wallfahrtskirche bei Rottenburg entfernt
Das Bistum Rottenburg-Stuttgart hat aus der Wallfahrtskirche Weggental bei Rottenburg eine umstrittene sogenannte Missionsspardose entfernt. Mit der Entfernung des "Nicknegerles", einer Spendenfigur mit schwarzer Hautfarbe, trage die Diözese nach eigenen Angaben "den Diskussionen in jüngerer Zeit" Rechnung, wie unter anderem der Südwestrundfunk (SWR) am Montag berichtete. Die Spendenfigur habe bislang in einer Krippe gestanden und seit Jahren Diskussionen verursacht.
Weihnachten solle als Botschaft des Friedens wahrgenommen werden, teilte die Diözese laut SWR mit. Damit das Fest und die Botschaft nicht durch Debatten über das Erbe des Kolonialismus oder durch Streit über bestimmte Darstellungen aus dem Fokus gerieten, habe die Diözese die umstrittene Figur entfernen lassen. Die Spendenfigur mit schwarzer Hautfarbe hatte jedes Mal, wenn jemand Geld in sie einwarf, genickt.
In den vergangenen Jahren war es laut SWR immer wieder zu Protesten gegen die Figur gekommen. Unter anderem hätten Unbekannte 2008 die Parole "Nicken für Rassismus" an die Wand der Kirche gesprüht. Die Polizei habe damals einen Zusammenhang zur Diskussion über die umstrittene Krippenfigur vermutet. (stz)
