Sogenannte Missionsspardose sorgte seit Jahren für Diskussionen

Umstrittene Figur aus Wallfahrtskirche bei Rottenburg entfernt

Veröffentlicht am 06.01.2026 um 10:40 Uhr – Lesedauer: 

Rottenburg ‐ Nach jahrelangen Diskussionen hat das Bistum Rottenburg-Stuttgart eine umstrittene Spendenfigur mit schwarzer Hautfarbe aus der Wallfahrtskirche Weggental entfernt. Weihnachten solle nicht von Kolonialismus-Debatten überlagert werden, hieß es.

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Das Bistum Rottenburg-Stuttgart hat aus der Wallfahrtskirche Weggental bei Rottenburg eine umstrittene sogenannte Missionsspardose entfernt. Mit der Entfernung des "Nicknegerles", einer Spendenfigur mit schwarzer Hautfarbe, trage die Diözese nach eigenen Angaben "den Diskussionen in jüngerer Zeit" Rechnung, wie unter anderem der Südwestrundfunk (SWR) am Montag berichtete. Die Spendenfigur habe bislang in einer Krippe gestanden und seit Jahren Diskussionen verursacht.

Weihnachten solle als Botschaft des Friedens wahrgenommen werden, teilte die Diözese laut SWR mit. Damit das Fest und die Botschaft nicht durch Debatten über das Erbe des Kolonialismus oder durch Streit über bestimmte Darstellungen aus dem Fokus gerieten, habe die Diözese die umstrittene Figur entfernen lassen. Die Spendenfigur mit schwarzer Hautfarbe hatte jedes Mal, wenn jemand Geld in sie einwarf, genickt.

In den vergangenen Jahren war es laut SWR immer wieder zu Protesten gegen die Figur gekommen. Unter anderem hätten Unbekannte 2008 die Parole "Nicken für Rassismus" an die Wand der Kirche gesprüht. Die Polizei habe damals einen Zusammenhang zur Diskussion über die umstrittene Krippenfigur vermutet. (stz)