Kardinal Woelki: Evangelisierung wird zentrales Thema von Papst Leo
Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat die Bedeutung der Evangelisierung für die Kirche hervorgehoben. Damit sieht er sich auf einer Linie mit Papst Leo XIV., der durch seine Erfahrung wisse, wie dringend die Welt die Botschaft Jesu brauche. Gegenüber dem Kölner Domradio sagte Woelki am Montag: "Ich glaube, dass die Evangelisierung das bestimmende Thema seines Pontifikats werden wird."
Er vermeide bewusst den Begriff "Neu-Evangelisierung" und spreche stattdessen schlicht von "Evangelisierung". Damit wolle er betonen, dass nicht alles, was bislang zur Verbreitung des Evangeliums getan wurde, grundsätzlich infrage gestellt werden müsse. Evangelisierung sei mehr als einzelne Projekte. Vielmehr zeige sie sich im alltäglichen kirchlichen Leben.
Mehr Mut den Glauben fröhlich zu zeigen
Evangelisierung sieht der Kölner Erzbischof vor allem als eine geistliche Aufgabe. Dafür sei die Feier der Sakramente besonders wichtig. In der Eucharistie etwa sei Gott gegenwärtig, so Woelki. Von der Kirche fordert er deswegen die Zurückhaltung gegenüber der Evangelisierung abzulegen. "Ich glaube, wir haben als Kirche oft zu wenig Mut, diesen Glauben fröhlich und mit voller Überzeugung in unserem Leben sichtbar zu machen."
Die Realität zeige, dass der christliche Glaube aus weiten Teilen des öffentlichen Lebens verschwunden sei. Daraus ergibt sich für Woelki ein persönlicher Auftrag für alle Getauften: "Jede Christin und jeder Christ ist aufgerufen, durch das Zeugnis des eigenen Lebens Christus zu verkündigen." (bak)
