Sonst verfalle Kirche in Relativismus – wie beim Synodalen Weg

Bischof Barron: Lehre darf nicht zum Gegenstand von Synodalität werden

Veröffentlicht am 07.01.2026 um 11:57 Uhr – Lesedauer: 

Winona ‐ Wenn sich ab heute die mehr als 200 Kardinäle der Weltkirche in Rom treffen, sprechen sie möglicherweise auch über das Thema Synodalität. Ein bestimmendes und dauerhaftes Merkmal der Kirche solle dieses Konzept nicht sein, fordert Bischof Barron.

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Der medial bekannte US-Bischof Robert Barron hat das Konzept der Synodalität kritisiert. "Synoden sind gute und nützliche Instrumente zur Festlegung praktischer pastoraler Strategien, aber sie sollten keine Foren für Debatten über die Lehre sein", schrieb Barron in einem Posting auf der Plattform "X" (Dienstag). "Wenn feststehende Lehre zum Gegenstand synodaler Entscheidungen wird, verfällt die Kirche in Relativismus und Selbstzweifel – wie dies bei dem fehlgeleiteten 'Synodalen Weg' in Deutschland deutlich zu sehen ist."

Der Bischof von Winona-Rochester im US-Bundesstaat Minnesota bezog sich auf die Theologen Joseph Ratzinger, Hans Urs von Balthasar und Henri de Lubac, die sich als Gründer der Zeitschrift "Communio" von der Zeitschrift "Concilium" getrennt hätten, da diese den Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) weiterführen wollte. "Die großen Theologen von Communio sagten, dass Konzile im Leben der Kirche zwar manchmal notwendig sind, man aber am Ende eines Konzils erleichtert aufatmet, weil die Kirche dann zu ihrer eigentlichen Arbeit zurückkehren kann", so Barron. "Solange sie im Konzil sitzt, befindet sich die Kirche in einer Schwebe, ist sich ihrer selbst unsicher und ringt die Hände." Diese Aufrechterhaltung des Konzilsgeistes habe in seiner Jugend zu "so viel Schwanken und Abdriften" geführt, beklagte der Bischof.

"Kein bestimmendes und dauerhaftes Merkmal des kirchlichen Lebens"

"Wenn wir also mit der Synodalität fortfahren müssen, dann sollte sie sich der Erwägung praktischer Mittel widmen, mit denen die Kirche ihre Arbeit der Gottesverehrung, der Evangelisierung und des Dienstes an den Armen wirksamer tun kann", forderte Barron weiter. "Und sie sollte kein bestimmendes und dauerhaftes Merkmal des kirchlichen Lebens sein, damit wir nicht unsere Lebendigkeit und unseren Fokus verlieren."

Barron war Mitglied der zwei Sitzungsperioden der Weltsynode zum Thema Synodalität in Rom 2023 und 2024. Am Mittwoch und Donnerstag beraten mehr als 200 Kardinäle aus aller Welt gemeinsam mit dem Papst. Eines der möglichen Themen soll Medienberichten zufolge auch Synodalität sein. (cbr)