"Neuer Wind" für die Weltkirche

Kardinal nach Konsistorium: Gehe motivierter nach Hause

Veröffentlicht am 12.01.2026 um 10:51 Uhr – Lesedauer: 

Belgrad/Rom ‐ Papst Leo XIV. beriet beim außerordentlichen Konsistorium im Vatikan mit rund 170 Kardinälen. Unter ihnen war auch der erste Kardinal Serbiens, Ladislav Nemet – besonders beeindruckt zeigte er sich von der aufmerksamen Präsenz des Papstes.

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Der Erzbischof von Belgrad, Kardinal Ladislav Nemet, geht nach dem Konsistorium motivierter nach Hause. Das sagte er am Wochenende dem vatikanischen Portal "Vatican News". Besonders hob Nemet die Präsenz des Papstes während des Treffens hervor: Leo XIV. habe an allen Sitzungen teilgenommen, aufmerksam zugehört und mitgeschrieben. Damit habe er deutlich gemacht, dass er die Beratung der Kardinäle ernst nehme. Entsprechend positiv aufgenommen wurde, dass der Papst eine Anregung aus dem Vorkonklave aufgegriffen habe, künftig mehr Treffen zwischen den Kardinälen und dem Pontifex abzuhalten. 

In der vergangenen Woche hatte Leo XIV. anderthalb Tage lang mit rund 170 Mitgliedern des Kardinalskollegiums über Fragen der Mission und der Synodalität beraten. Es handelte sich um das erste außerordentliche Konsistorium des Papstes, der vor acht Monaten zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt worden war. Diese Form der Zusammenkunft aller Kardinäle weltweit wird nur äußerst selten einberufen. Zuvor hatte es in diesem Jahrhundert lediglich zwei solcher Versammlungen gegeben: im August 2001 unter Johannes Paul II. und im Februar 2014 unter Papst Franziskus. 

Umso dankbarer seien die Kardinäle für die Ankündigung eines weiteren außerordentlichen Konsistoriums, das Ende Juni in Rom stattfinden soll. Nemet betonte zudem, dass Leo XIV. zentrale Dokumente seines Vorgängers aufgreife und sie zur gemeinsamen Beratung stelle. Positiv aufgenommen worden sei auch der starke Akzent auf die Einheit der Kirche, so Nemet. Trotz unterschiedlicher Führungsstile sei unter den Kardinälen eine spürbare Zufriedenheit festzustellen. In diesem Zusammenhang sprach der Erzbischof von einem "neuen Wind" für die Weltkirche. (mtr)