Kardinal Woelki: Kirche äußert sich politisch – ist aber keine Partei

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sieht die Kirche in der Pflicht, sich in gesellschaftliche und politische Debatten einzubringen. "Dabei ist sie nicht Partei. Auch nicht Regierung und auch nicht Opposition", sagte der Erzbischof am Dienstagabend in Düsseldorf. Die Kirche sei vor allem eines: "Anwältin der Menschenwürde, der Gerechtigkeit und des Friedens, vor allem auch eines sozialen Friedens".
Die Kirche muss nach den Worten des Kardinals überall dort ihre Stimme erheben, wo Menschen- und Freiheitsrechte verletzt würden, die Armen und Schwachen übersehen würden und wo das Gemeinwohl gefährdet scheine. "Auf diese Weise bringt sie die christliche Perspektive in den öffentlichen Diskurs ein, um diese stark zu machen."
Der verstorbene Papst Franziskus habe das die "Option für die Armen" genannt, so Woelki. Denn der Kirche sei besonders die Verantwortung für die Schwachen und die Menschen an den Rändern anvertraut. Ihre Belange und Bedürfnisse seien es, die die Kirche vertrete. "Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, will sie ein verlässlicher Gesprächspartner für alle sein, die sich für ein gelingendes Miteinander in der Gesellschaft einsetzen." (KNA)