Kirchenvertreter verurteilen rassistische Äußerungen

Kommunion nur von Weißen? Rassismus-Eklat in US-Kirche

Veröffentlicht am 16.01.2026 um 11:08 Uhr – Lesedauer: 

Portland ‐ Ein Video eines US-Katholiken sorgt für Empörung: Er lehnt die Kommunion von einer indischen Helferin ab und beruft sich auf rassistische Vorurteile. Kirchenvertreter widersprechen scharf und betonen die Unvereinbarkeit mit der Lehre.

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Fremdenfeindlich und stolz darauf? Mit einem Video aus den vergangenen Tagen hat ein US-amerikanischer Katholik in sozialen Medien für Aufsehen gesorgt und unter Kirchenvertretern eine Welle der Empörung ausgelöst. Darin brüstete er sich offen damit, die Kommunion nicht von einer indischen Kommunionhelferin empfangen zu haben. Stattdessen sei er bewusst zu einem weißen Priester gegangen. Zur Begründung erklärte er, er traue ihrer Hygiene nicht – "egal, wie fromm sie ist". 

Diese Aussagen wurden von mehreren Kirchenvertretern scharf verurteilt. Zu ihnen zählt auch der Erzbischof von Portland, Alexander Sample. "In der universalen Kirche Christi hat Rassismus keinen Platz", schrieb der Oberhirte in den sozialen Medien. Er berief sich dabei auf den Galaterbrief, in dem es heißt, es gebe "weder Juden noch Griechen – denn ihr seid alle eins in Christus Jesus". Es ist bereits das zweite Mal in den vergangenen Monaten, dass sich der Erzbischof öffentlich zu diesem Thema zu Wort meldet. Im November hatte er eine eindringliche Erklärung veröffentlicht, in der er Trumps Vorgehen gegen Einwanderer als Affront gegen die "Menschenwürde" bezeichnete, die von Gott und nicht vom Staat stamme.  

Widerspruch zur katholischen Lehre 

Auch der Jesuit James Martin reagierte auf das Video: "Wenn er die Kommunion nicht von jemandem empfängt, der nicht weiß ist, dann würde das bedeuten, dass er sie auch nicht von Jesus beim Letzten Abendmahl empfangen hätte", schrieb Martin. Weitere Geistliche äußerten ebenfalls ihr Unbehagen und betonten, die geäußerten Ansichten widersprächen der katholischen Lehre. Vor allem zum Rassismus sei die Doktrin der Kirche klar: Der Katechismus verurteilt Rassismus ausdrücklich und erklärt, dass jede Form von Diskriminierung oder Vorurteil die Menschenwürde verletzt und mit den Lehren Christi unvereinbar ist. Ebenso hatten die US-Bischöfe Rassismus wiederholt unmissverständlich als Sünde verurteilt – als "eine Sünde, die die Menschheitsfamilie spaltet".

Die Wutrede des Mannes beschränkte sich jedoch nicht auf abfällige Äußerungen über Indien. Neben Beleidigungen verbreitete er auch Verschwörungstheorien aus MAGA-Kreisen, darunter jene vom sogenannten "Großen Austausch". Diese Theorie behauptet, die Demokraten förderten gezielt die Einwanderung nicht-weißer Menschen, um US-Bürger zu "ersetzen" und ihre eigene Wahlmacht zu sichern. MAGA ist die Abkürzung für "Make America Great Again" (Macht Amerika wieder großartig), der zentrale Slogan und das Erkennungszeichen der von Donald Trump angeführten Bewegung in den USA. (mtr)